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Richtfest für "La traviata" bei den Bregenzer Festspielen

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Die Bregenzer Festspiele haben am Mittwoch Richtfest für das diesjährige Spiel auf dem See, Giuseppe Verdis "La traviata", gefeiert. Zentrales Element des Bühnenbilds von Paolo Fantin ist ein 28 Meter hoher, zerbrochener Spiegel mit 700 Quadratmetern Fläche, der das Innenleben der Protagonistin symbolisiert. Die 28 Aufführungen der Oper, die am 22. Juli Premiere feiert und erstmals auf der Seebühne zu sehen ist, sind seit Ostern und damit so früh wie nie ausverkauft.

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Bei strahlendem, fast schon sommerlich anmutendem Wetter luden Intendantin Lilli Paasikivi und ihr Team auf die Seebühne, die von der gigantischen, in 86 Teile zerbrochenen Spiegelwand aus mit bedrucktem Gewebe beklebten Holzplatten dominiert wird. Und es wären nicht die Bregenzer Festspiele, wenn dieser Spiegel nicht mehr könnte: Über die Hälfte der 86 Splitter kann bewegt werden und dient teils als ausklappbare Spielflächen. Die Spiegelwand ist außerdem Leinwand für Videoprojektionen, die einen Einblick in das Leben der Hauptfigur, der Kurtisane Violetta, geben. Auch die grünen Spiegelkanten enthalten zum Teil Lichtelemente. Zudem wurden 29 Lautsprecher unsichtbar in die Wand integriert,

Vor der Spiegelwand befinden sich ein Spiegelboden und ein Wasserbecken - wiederverwertet aus dem "Freischütz"-Bühnenbild -, die als Hauptspielfläche fungieren. Damit die Darsteller im Wasserbecken sicher stehen, ist es mit 1.400 Quadratmetern schwarzem Rasenteppich ausgelegt.

36 externe Firmen waren an der Erstellung des Bühnenbilds beteiligt, und wie immer waren ungewöhnliche Herausforderungen zu überwinden. Um etwa das Netzgewebe korrekt und faltenfrei auf die Spiegelsplitter zu bekommen, wurde eigens eine Maschine konstruiert, die einen gleichmäßigen Auftrag sowie die anschließende Aktivierung des Zwei-Phasen-Klebers ermöglichte. Bis Mitte Juni ist noch Zeit für den Feinschliff an der Seebühne und die Installation von Licht- und Tontechnik. Dann beginnen die Proben.

Die Seebühnenproduktionen der Bregenzer Festspiele zählen zu den technisch und logistisch aufwendigsten Opernproduktionen weltweit und sind jeweils auf zwei Jahre ausgelegt. Die Investitionen in Bühnenbild und Infrastruktur für die beiden Spielzeiten von "La traviata" umfassen den gesamten Lebenszyklus der Bühne - von Aufbau, Erhalt und Betrieb bis hin zum Abbruch - und belaufen sich auf rund 10 Millionen Euro.

Regisseur Damiano Michieletto verlegt die Handlung der Oper in die schillernden 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts als eine Zeit, in der Opulenz und Partys über innere Leere und Orientierungslosigkeit hinwegtäuschen sollten. Die musikalische Leitung haben Kirill Karabits und Pietro Rizzo inne.

Als erste von ihr programmierte Seeoper holt Paasikivi im Jubiläumsjahr - die Bregenzer Festspiele werden 80 - mit "La traviata" eines der beliebtesten Werke der Operngeschichte erstmals auf den Bodensee. Die Kartenverkäufe bestätigen ihre Wahl: Die rund 188.000 Karten für die 80 geplanten Aufführungen sind seit Ostern ausverkauft - so früh wie noch nie. Das Festival wies darauf hin, dass vereinzelt immer wieder Karten in den Verkauf kämen und sich ein regelmäßiger Blick auf die Website lohne. Für alle weiteren fast 80 Veranstaltungen sind noch Tickets in allen Kategorien erhältlich. Insgesamt wurden 228.000 Karten (inkl. Generalprobe "La traviata") aufgelegt.

(S E R V I C E - 80. Bregenzer Festspiele 2026, 22. Juli bis 23. August. www.bregenzerfestspiele.com - Via Webcam kann der Aufbau live mitverfolgt werden: https://bregenzerfestspiele.com/de/webcam )

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