Künstliche Intelligenz, moderne Führung, mentale Gesundheit und neue Wege im Recruiting standen beim zwölften HR Inside Summit am 14. und 15. Oktober in der Wiener Hofburg im Mittelpunkt. Rund 120 Speaker, 100 Aussteller und 2.500 Teilnehmer machten die Veranstaltung zu einem der größten HR Branchentreffen im deutschsprachigen Raum. Erstmals gab es eine eigene Bühne für kleine und mittlere Unternehmen.
Unter dem Motto „Gekommen um zu bleiben“ beschäftigte sich der HR Inside Summit 2026 mit den grundlegenden Veränderungen der Arbeitswelt. Zwei Tage lang beleuchteten internationale Experten in Keynotes, Panels und Workshops die Auswirkungen künstlicher Intelligenz, neue Anforderungen an Führungskräfte und die wachsende Bedeutung psychischer Gesundheit am Arbeitsplatz.
„Der diesjährige HR Inside Summit hat gezeigt, dass es angesichts der vielen Veränderungen mehr denn je Orientierung und persönlichen Austausch braucht“, erklärte Initiatorin Sindy Amadei. Entscheidend sei, technologische Entwicklungen aktiv zu gestalten, ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.
Vertrauen, Transparenz und neue Führungsmodelle
Zu den prominenten Vortragenden zählte Ex-Geheimagent und Bestsellerautor Leo Martin, der in seiner Eröffnungskeynote Vertrauen als Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit thematisierte. Der Schweizer Gastrounternehmer Manuel Wiesner stellte sein Modell vollständiger Gehaltstransparenz vor, bei dem sämtliche Gehälter einschließlich jener der Geschäftsführung offengelegt werden.
Auch ehemalige Spitzensportler brachten ihre Erfahrungen ein. Skiolympiasieger Benni Raich sprach mit Sepp Buttinger über Motivation, Leistungsbereitschaft und Führung. Sylvia Sperandio, ranghöchste Frau im österreichischen Bundesheer, beleuchtete die Herausforderungen moderner Führung zwischen traditionellen Strukturen und gesellschaftlichem Wandel.
Künstliche Intelligenz verändert die Personalarbeit
Ein Schwerpunkt des HR Inside Summit war der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz in Unternehmen. New Work Expertin Tina Ruseva erläuterte, warum mit der Automatisierung von Routinetätigkeiten menschliche Kompetenzen wie Empathie, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein an Bedeutung gewinnen.
Robindro Ullah, Geschäftsführer des Trendence Instituts, beschäftigte sich mit dem sogenannten Gender AI Gap. Unterschiedliche Zugänge zu KI Technologien könnten bestehende Ungleichheiten am Arbeitsmarkt verstärken. Unternehmen seien daher gefordert, ihre Beschäftigten gezielt weiterzubilden.
Mentale Gesundheit und Recruiting im Wandel
Mit traditionellen Männerbildern und psychischer Belastung beschäftigten sich Rechtsanwalt Robert Michels und Rugby Europameister Ben Ellermann im Talk „Boys Don’t Cry“. Im Mittelpunkt standen gesellschaftliche Erwartungen an Stärke und Leistungsfähigkeit sowie die Verantwortung von Führungskräften für ein gesundes Arbeitsumfeld.
Neue Strategien in der Personalgewinnung präsentierte Gloria Matlapeng, Head of Talent Acquisition Germany bei Siemens Energy. Sie zeigte, wie Unternehmen durch datenbasierte Ansätze, Marketingmethoden und authentische Arbeitgeberkommunikation geeignete Fachkräfte erreichen können.
Eine Premiere feierte die KMU Stage, die sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen richtete. Das Programm behandelte praxisnahe Fragen zu Recruiting, Arbeitsrecht, Personalkosten und Mitarbeiterführung.
HR Inside Awards 2026 in der Wiener Hofburg verliehen
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Verleihung der HR Inside Awards am 14. Oktober im Festsaal der Hofburg. Ausgezeichnet wurden innovative Projekte in den Kategorien Culture & Development, Diversity & Sustainability, Employer Branding, People & Technology und Recruiting.
Zu den prämierten Unternehmen und Organisationen zählten unter anderem Hotel Sacher Salzburg, Palfinger, ÖBB, Generali Deutschland, Sutterlüty, Diakoniewerk, Bauakademie Wien, MAN Truck & Bus und Magenta Telekom. Erstmals begleitete EY People Consulting die Auszeichnung als Partner, während „Die Presse“ erneut als Medienpartner fungierte.
Als Newcomer of the Year wurde Nejo FlexCo mit seinem KI Karriere Agenten ausgezeichnet. Den Titel HR Person of the Year erhielt Ingrid Heschl, HR Lead Austria und Mitglied des Leadership Boards bei Microsoft sowie Mitinitiatorin von „She Goes Digital“.
HR Inside Summit 2027 bereits fixiert
Die zwölfte Ausgabe des HR Inside Summit verdeutlichte, wie stark technologische Veränderungen, neue Führungsmodelle und gesellschaftliche Entwicklungen das Personalmanagement prägen. Trotz zunehmender Digitalisierung blieb eine zentrale Erkenntnis im Vordergrund: Der Mensch ist weiterhin der entscheidende Faktor für erfolgreiche Unternehmen.
Der nächste HR Inside Summit findet am 13. und 14. Oktober 2027 in der Wiener Hofburg statt.
Weitere Informationen: www.hrsummit.at

