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Viele Songs folgen demselben Schema: abwechselnd Scream-Passagen und Pop-Parts mit locker humorvollen Lyrics über Party und gute Zeiten. Hört sich simpel an, ist es aber nicht: "Die klingt nicht anspruchsvoll", sagt Ratajczak über die aktuelle Platte. "Die soll ja Spaß machen und eingängig sein - aber die einfachsten Songs sind meistens superschwer zu kreieren."
Gängige Regeln des Genres existieren für Electric Callboy nicht. Mit Elektrobeats, Technobässen oder 2000er-Popklängen werden Grenzen gesprengt und Experimente gewagt. Der Stilbruch ist ihr Markenzeichen. Auch auf "Tanzneid" zeigen Electric Callboy wieder, wie harte Gitarrenriffs und aggressive Screams mit Ohrwurmmelodien zusammenpassen können.
Dass die Band Musik macht, die in mehr als eine Schublade passt, war eher eine Entwicklung als eine bewusste Entscheidung. "Es war schon immer so, dass Electric Callboy ein Paradiesvogel war", betont Sallach.
2010 gründete sich die Gruppe - damals noch unter anderem Namen und mit anderer Front-Besetzung. Alle in der Band mochten unterschiedliche Musik, da war "Schrei-Mucke" der gemeinsame Nenner, erzählt Ratajczak. In der Anfangszeit klang Electric Callboy noch etwas chaotischer, wilder und metal-lastiger. Trotzdem gab es damals schon das Problem mit der Zugehörigkeit: Die Metal-Szene fand Electric Callboy zu lasch, zu bunt und zu "Was soll das eigentlich?".
Für den Mainstream waren sie wiederum zu hart. "Die Leute wollen immer in Kasten denken. Wir waren immer frei und haben das gemacht, worauf wir Bock hatten", so Ratajczak. Früher waren diese Grenzen noch radikaler, heute gibt ihnen der Erfolg recht. Millionen Streams, Auftritte auf jedem namhaften Festival, auch am Nova Rock, und eine anstehende Welttournee zeigen: Electric Callboy haben sich ihre Schublade einfach selbst gebaut. Am 25. Februar 2027 gibt es ein Gastspiel in der Grazer Stadthalle.
(S E R V I C E - www.electriccallboy.com )
