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Eine kurze Geschichte des Aufwachens

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Mechanische Wecker lösten Trillerpfeifen ab
Franz Kafka bezeichnete das Erwachen als "riskantesten Augenblick des Tages", für Sigmund Freud dagegen war dieser Moment "wie eine neue Geburt". Während viele in der Früh noch neben sich stehen, sind andere kreativ. Paul McCartney etwa wachte einst mit einer Melodie im Kopf auf, die als "Yesterday" in die Musikgeschichte eingehen sollte. Christoph Ribbat unternimmt in seinem Buch "In den Tag" eine lehrreiche und amüsante Reise durch die Kulturgeschichte des Erwachens.

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So erfahren wir, dass die Mönche im Mittelalter Vorläufer unserer heutigen Selbstoptimierer waren. Früh aufzustehen galt als Zeichen der Selbstdisziplin und Gottgefälligkeit. Mit der Industrialisierung allerdings wurde das zeitige beziehungsweise späte Aufstehen zum Statusmerkmal. Höher gestellte Kreise hatten das Privileg des späten Erwachens, für die anderen beendete das Schrillen des Weckers abrupt die Nachtruhe.

Der Paderborner Literaturwissenschafter Ribbat enthüllt auch skurrile Randnotizen wie diese: Vor dem Siegeszug mechanischer Wecker waren in England und Frankreich menschliche üblich. Diese aufmerksamen Dienstleister weckten ihre Kunden mit Trillerpfeifen, oder indem sie Erbsen durch Blasrohre in Richtung Fensterscheiben schossen.

(S E R V I C E - Christoph Ribbat: "In den Tag. Eine kurze Geschichte des Aufwachens", Insel Verlag, Berlin, 166 Seiten, 21,50 Euro)

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