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So erfahren wir, dass die Mönche im Mittelalter Vorläufer unserer heutigen Selbstoptimierer waren. Früh aufzustehen galt als Zeichen der Selbstdisziplin und Gottgefälligkeit. Mit der Industrialisierung allerdings wurde das zeitige beziehungsweise späte Aufstehen zum Statusmerkmal. Höher gestellte Kreise hatten das Privileg des späten Erwachens, für die anderen beendete das Schrillen des Weckers abrupt die Nachtruhe.
Der Paderborner Literaturwissenschafter Ribbat enthüllt auch skurrile Randnotizen wie diese: Vor dem Siegeszug mechanischer Wecker waren in England und Frankreich menschliche üblich. Diese aufmerksamen Dienstleister weckten ihre Kunden mit Trillerpfeifen, oder indem sie Erbsen durch Blasrohre in Richtung Fensterscheiben schossen.
(S E R V I C E - Christoph Ribbat: "In den Tag. Eine kurze Geschichte des Aufwachens", Insel Verlag, Berlin, 166 Seiten, 21,50 Euro)






