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Der Hollywoodfilm wurde an historischen Schauplätzen der Familie von Trapp in Salzburg gedreht und prägt als globaler Botschafter von Kultur und Klischee das internationale Salzburg-Bild bis heute. Der Titel der liebevoll gestalteten Ausstellung im sogenannten "Monatsschlössl", die am Samstag eröffnet wird und zwei (Sommer-)Saisonen bis Oktober 2027 zu sehen ist, verweist auf das Lied "Edelweiß", das im "Sound of Music"-Film gesungen wird und von Touristen als eine Art "Hymne" für Österreich gesehen wurde, wie Barbara Hagen-Walther, Kuratorin des Salzburg Museums, am Donnerstag vor Journalisten erklärte.
In drei Ausstellungsräumen, die jeweils den drei Themenbereichen zugeordnet sind, werden klischeehafte Inszenierungen dargestellt und hinterfragt. Aus dem Blickwinkel des Tourismus betrachtet habe sich kaum etwas verändert, Salzburg werde nach wie vor mit Mozart, "Sound of Music", den Salzburger Festspielen und Stille Nacht assoziiert, auch wenn sich in der realen Welt viel geändert habe, sagte Hagen-Walther.
Im "Landschaftsraum" zeigt ein Video die Berge, das Seenland und die Stadt Salzburg, das in Anlehnung an das Intro zum Film "The Sound of Music" mit einem Drohnenflug nachgedreht wurde. "Die Salzburger Landschaft spielt in dem Film 'Sound of Music' eine zentrale Rolle", sagte Peter Husty, Chefkurator des Salzburg Museums. In rund 120 Filmen der Nachkriegszeit wurden die idyllische Kulisse und damit zentrale Werbemotive von Stadt und Land Salzburg präsentiert, darunter Szenen aus "Sissi", die in Fuschl gedreht wurden, und der vier Minuten dauernde Salzburg-Beitrag aus einem - in englischer Sprache - gedrehten Film der damals sogenannten "österreichischen Fremdenverkehrswerbung".
Im "Trachtenraum" zu sehen sind ein vom Salzburger Heimatwerk nachgeschneidertes Filmkostüm für Schauspielerin Julie Andrews, das vermutlich auf eine frühere Fotografie von Maria Augusta von Trapp zurückgeht, wie Kuratorin Marika Halbach schilderte. Ausstellungsstücke sind weiters ein "Landler"-Trachtenanzug, wie ihn Schauspieler Christopher Plummer in der Rolle von Georg von Trapp in leicht abgeänderter Form getragen hat sowie eine Altblockflöte von Maria Augusta von Trapp und eine Gitarre aus dem Ur-Ensemble des Tobi Reiser-Quintetts. Im Sinne einer historischen Aufarbeitung kann man anhand von Untertiteln und QR-Codes an den einzelnen Schaukästen und -tafeln erfahren, welche Personen in Verbindung mit dem Austrofaschismus und Nationalsozialismus gestanden sind.
Im "Musikraum" wird auch dargestellt, wie sehr sich das Repertoire der Familie von Trapp von der Filmmusik unterschieden hat. "Sie haben auch Mozart, Bach und alpenländische Volkslieder gesungen", erläuterte Kuratorin Hagen-Walther. Thematisiert werden in dem Raum auch Jazz-Musik, die von der amerikanischen Besatzung nach Salzburg getragen wurde, der Besuch der Beatles in Obertauern und die Salzburger Festspiele. Anhand von Audiogeräten sind Interviews mit Zeitzeugen zu hören, auch die ehemalige Präsidentin der Salzburger Festspiele, Helga Rabl-Stadler, schildert ihre Erlebnisse.
Chefkurator Husty zeigte sich am Donnerstag zuversichtlich, dass das neue Museum "Sound of Music Salzburg" beim Schloss Hellbrunn Mitte September 2026 eröffnet wird. "Die Baumaßnahmen sind weit fortgeschritten. Die ersten Teile für die Ausstellungen werden bereits gebaut."
(S E R V I C E: "Edelweiß forever - Landschaft, Musik, Tracht". Eröffnung am Samstag, 18. April 2026, 11 Uhr, im Volkskunde-Museum im Monatsschlössl Hellbrunn. www.salzburg.museum.at )






