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Warum ausreichend Jod für die Gesundheit wichtig ist

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Schluckbeschwerden und Halsschmerzen weisen auf einen Jod-Mangel hin
©APA, Christin Klose, dpa-tmn
Schluckbeschwerden oder Heiserkeit können auf einen Jodmangel hindeuten. Auch ein empfindlicher Hals kann ein deutliches Warnzeichen für eine Jodmangelstörung sein, erklärt Professor Markus Essler. Die Schilddrüse braucht dringend Jod, um Hormone zu bilden. Diese Schilddrüsenhormone steuern laut Expertinnen und Experten unter anderem den Energiestoffwechsel, die Körpertemperatur, das Immunsystem sowie Prozesse im Gehirn.

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Da der Körper Jod nicht selbst bilden kann, muss er das Spurenelement über die Nahrung aufnehmen. Bekommt der Körper dauerhaft zu wenig Jod, kann dadurch etwa die Leistungsfähigkeit sinken. Zudem kann sich die Schilddrüse vergrößern, also Knoten oder sogar einen Kropf bilden, erklärt Essler. "Besonders gefährlich ist ein Jodmangel jedoch für Ungeborene und Kleinkinder." Kommt es in dieser Phase zu einer Unterversorgung, könne dies "das Risiko für spätere Einschränkungen der intellektuellen Fähigkeiten und der Feinmotorik" erhöhen.

Milch und Milchprodukte, Eier, Meeresfisch und Meeresfrüchte sind eine wichtige Jodquelle. Seefische mit hohem Jodgehalt sind etwa Kabeljau oder Seelachs und bei den Meeresfrüchten etwa Muscheln und Garnelen. Pflanzliche Lebensmittel wie Getreide, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte sind in der Regel hingegen jodarm.

Übrigens: Zwar haben Algen oft einen hohen Jodgehalt. Insbesondere Kombu gilt als besonders jodreich. Da der Wert in der Regel jedoch nicht ausgewiesen ist und stark schwanken kann, raten Expertinnen und Experten davon als Jodquelle ab: "Beim Verzehr einzelner Algenprodukte droht eine überhöhte Jodaufnahme und damit ein erhebliches Gesundheitsrisiko."

Wer sich vegan ernährt und daher auf Lebensmittel mit einem hohen Jodgehalt verzichtet, sollte besonders darauf achten, ausreichend Jod zu sich zu nehmen. Auch Schwangere, Stillende und Kinder über 13 Jahren seien gut beraten, zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung 150 μg Jod pro Tag einzunehmen. Zumal die natürlichen Jodgehalte heimischer Lebensmittel in der Regel nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken.

Um einen Mangel vorzubeugen, sollte man täglich konsequent jodiertes Speisesalz verwenden. Alternativ könne man Kaliumjodid-Tabletten einnehmen oder Jodtropfen in vegane Produkte zusetzen - am besten in Absprache mit seinem Arzt.

Die Zeitschrift "Öko-Test" (Ausgabe 02/2026) hat kürzlich jodierte Speisesalze untersucht. Diese lagen preislich weit auseinander - mit 0,29 Euro und 19,45 Euro pro 500 Gramm. Von den getesteten 20 Produkten bekamen nur fünf die Bewertung "sehr gut", weil sie keine unerwünschten Stoffe enthielten. Darunter waren zwei besonders günstige Salze:

Ein Salz bekam die Note "befriedigend" - da waren die Arsen-Werte erhöht. Dieses giftige Halbmetall steht im Verdacht in anorganischer Form schon in geringen Mengen Tumore auszulösen, schreibt Öko-Test. Die restlichen 14 Produkte schnitten mit der Note "gut" ab. Sie wurden abgewertet, weil sie Natriumferrocyanid enthielten. Diese Rieselhilfe sorgt dafür, dass Salz nicht verklumpt. Sie ist an der Kennzeichnung "E 535" erkennbar. In Tierversuchen habe sie laut Öko-Test in größeren Mengen zu Nierenschäden geführt.

Wer sich an empfohlenen Referenzwerten orientieren will, für den gibt es folgende Angaben:

Da Schwangere und Stillende einen erhöhten Jod-Bedarf haben, liegen die Referenzwerte hier bei 220 μg Jod pro Tag beziehungsweise für Stillende bei 230 μg Jod pro Tag.

ILLUSTRATION - Wer ersatzlos auf wichtige Jodlieferanten verzichtet, riskiert mit der Zeit einen Jodmangel. (zu dpa: «Warum ausreichend Jod für die Gesundheit wichtig ist») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

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