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Künstliche Hüftgelenke funktionieren 30 und mehr Jahre

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Künstliche Hüftgelenke sollen die Lebensqualität wiederherstellen
©APA, Christin Klose, dpa-tmn
Wer derzeit ein künstliches Hüftgelenk erhält, kann davon ausgehen, dass es bis zum Lebensende funktionstüchtig bleibt. Kanadische Wissenschafter errechneten jetzt auf der Basis von mehreren Millionen Betroffenen eine Erfolgsrate von rund 92 Prozent nach 30 Jahren, schrieben sie in der Medizin-Fachzeitschrift "The Lancet".

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"Der künstliche Totalersatz des Hüftgelenks ist ein erfolgreicher Eingriff, der darauf abzielt, die Funktion und Lebensqualität von Millionen Menschen weltweit wiederherzustellen. Die Kenntnis der zu erwartenden Haltbarkeit einer solchen Endoprothese ist für Patienten, Chirurgen und Gesundheitseinrichtungen im Hinblick auf Planung und Ressourcenverteilung von großer Bedeutung. In den letzten 20 Jahren hat die Verwendung moderner Gleitpaarungen (Oberflächen von Kopf und Pfanne des künstlichen Gelenks; Anm.) bei der Hüfttotalendoprothese den Implantatverschleiß und möglicherweise auch die Lebensdauer deutlich verändert", schrieb Vernonica Pentland von der Queen"s School of Medicine (Kingston/Kanada).

Bisher gab es demnach keine groß angelegte Studie, welche die Haltbarkeit aktueller Implantate für den Hüftgelenksersatz untersucht hat. Nach jahrzehntelanger Entwicklung ist die moderne Technik bei hochvernetztem Polyethylen und Keramikoberflächen der dritten und vierten Generation angelangt.

Die Wissenschafter suchten nach klinischen Studien und nach Registern, welche für Analysen der Haltbarkeit der Implantate geeignet waren. "Wir identifizierten 1,904.237 Hüfttotalendoprothesen in 29 klinischen Studien (5.203 Studien; Anm.) und auch acht nationale Gelenksregister (1,899.034 implantierte künstliche Hüftgelenke; Anm.)", schrieben die Wissenschafter (DOI: 10.1016/S0140-6736(25)02305-0).

Die Gesamtanalyse der eingeschlossenen wissenschaftlichen Studien ergab eine Gesamtüberlebensrate der Implantate von 97 Prozent in einem Zeitraum von 20 Jahren. Die auf den Gelenksregisterdaten basierende Überlebensrate betrug nach 20 Jahren 93,6 Prozent. Hochgerechnet auf Basis dieser Daten ergab sich eine prognostizierte Haltbarkeit von 92,8 Prozent nach 25 Jahren und von 92,1 Prozent nach 30 Jahren.

Ehemals – ohne Verwendung der modernsten Materialien für die Gleitflächen der künstlichen Hüftgelenke – ging man von einer Haltbarkeit der Implantate von knapp 60 Prozent nach etwa 25 Jahren aus. Die Verbesserungen können zum Beispiel bei Menschen mit frühzeitigen chronischen Hüftgelenksproblemen zu einer Operation in jüngerem Alter führen, weil man auf die lange Funktionsfähigkeit vertrauen kann. Das kann den Betroffenen mit Hüftgelenksarthrose jahrelange Schmerzen bzw. Behinderung ersparen.

WINSEN (LUHE) - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Christin Klose/Christin Klose

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