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Falsche Krebsdiagnose: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Linzer OP-Skandal

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Patientin Katharina Wolle (Name von der Redaktion geändert) mit ihrem Anwalt Rainer Hable.

©Markus Wenzel/Kronenzeitung

Im Fall einer 30-jährigen Oberösterreicherin, der nach einer falschen Krebsdiagnose am Kepler Universitätsklinikum Linz die gesunde Gebärmutter entfernt wurde, ist nun die Staatsanwaltschaft Linz aktiv geworden.

„Das Schlimmste ist, dass niemand Verantwortung übernimmt. Ich bin keine Zahl, ich bin ein Mensch.“ Mit diesen Worten wandte sich die Frau Ende Jänner über News an die Öffentlichkeit. Seit einer folgenschweren Fehldiagnose lebt sie ohne Gebärmutter.

Auslöser war im Juli 2025 eine offenbar verunreinigte Gewebeprobe, die zur Krebsdiagnose führte. Anfang August wurde operiert. Danach ließ man die Patientin wochenlang im Glauben, schwer erkrankt zu sein – obwohl intern bereits Zweifel bestanden haben sollen. Erst Mitte September erklärten der betroffenen Frau drei Klinikchefs, sie sei gesund. Mehr noch: Sie sei es immer gewesen. Ihre Krankenakte wurde erst im Oktober, mehr als zwei Monate nach dem Eingriff, von einem Primar elektronisch freigegeben.

Wie ein Sprecher bestätigte, hat die Staatsanwaltschaft Linz nun Ermittlungen aufgenommen. Laut Recherchen von News und Krone führt die Landespolizeidirektion Oberösterreich, Referat Gewalt- und Sexualdelikte, die Erhebungen. Vorerst wird gegen unbekannte Täter ermittelt.

Der Anwalt der Betroffenen, Rainer Hable, war bereits im Spätherbst 2025 mit dem Versuch gescheitert, alle Verantwortlichen an einen Tisch zu bringen. Die Oberösterreichische Gesundheitsholding, Trägerin der Klinik, erklärte damals schriftlich, die Behandlung sei nach aktuellem medizinischem Standard und lege artis erfolgt.

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