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Felix Troger von der Universitätsklinik für Radiologie der MedUni Graz und seine Co-Autoren haben ihre Studie online im "European Heart Journal Cardiovascular Imaging" veröffentlicht (doi: 10.1093/ehjci/jeag087). "Die Raucherentwöhnung ist ein wichtiger Schritt in der Primär- (Verhinderung eines ersten Ereignisses; Anm.) und Sekundärprävention (Verhinderung weiterer akuter Erkrankungen; Anm.) des Herzinfarkts. Während nur wenige Daten zum Ausmaß der anfänglichen Schädigung des Herzmuskels bei Rauchern vorliegen, gibt es kaum Daten zur Infarktentwicklung bei aktiven Rauchern und bei Patienten, die mit dem Rauchen aufhören", schrieben die Wissenschafter.
In der wissenschaftlichen Studie wurden deshalb 672 Patientinnen und Patienten mit einem Herzinfarkt mit typischen EKG-Anzeichen (ST-Hebungsinfarkt/STEMI) auch mittels dreier bildgebender Untersuchungen per Magnetresonanztomografie (MR) zu Beginn, nach vier und nach zwölf Monaten untersucht. Bei allen hatte man die Blutversorgung des Herzmuskels nach dem Akutereignis wiederherstellen können. Das erfolgt heute in den allermeisten Fällen mit Kathetereingriffen zur Aufdehnung des Gefäßverschlusses und mit dabei implantierten Gefäßstützen (Stents).
Zu Beginn der Studie waren 382 Patienten (57 Prozent) aktive Raucher gewesen. 48 Prozent (183 der Erkrankten) hörten nach dem Herzinfarkt mit dem Rauchen auf. Ob Raucher oder Nichtraucher zum Zeitpunkt der akut lebensbedrohlichen Erkrankung, es zeigte sich kein Unterschied bei der in der MR-Untersuchung festgestellten Größe der aufgetretenen Herzmuskelschädigung.
Doch jene Patienten, welche mit dem Herzinfarkt das Rauchen aufgegeben hatten, wiesen bereits nach vier Monaten eine Verringerung der Größe des Infarktareals des Herzmuskels im Vergleich zu den Personen, die weiterhin rauchten. Dieser bereits bei der ersten Untersuchung signifikante Unterschied verstärkte sich noch weiter bis zur zweiten Folgeuntersuchung nach einem Jahr.
Der Rauchstopp hatte aber auch einen klaren Effekt auf die Häufigkeit erneuter akuter schwerer Herzprobleme, die unter dem Fachbegriff MACE subsummiert werden: Gesamtmortalität (alle Ursachen) sowie neuerliche Herzinfarkte. Hier betrug die mittlere Nachbeobachtungszeit in der wissenschaftlichen Untersuchung 3,4 Jahre. So traten derartige akute Ereignisse bei zwölf Prozent der Probanden auf, die weiterhin zur Zigarette griffen. In der Vergleichsgruppe der Personen, die nach dem ersten Infarkt zum Rauchen aufgehört hatten, war das "nur" bei vier Prozent der Fall.
Die Wissenschafter: "Ein Rauchstopp nach einem ersten Herzinfarkt (mit STEMI-EKG-Zeichen; Anm.) scheint ein wichtiger Faktor zu sein, der die Infarktheilung positiv beeinflusst. Innerhalb des Beobachtungszeitraums verstarben in der Gruppe mit Rauchstopp weniger Patienten. Zusammenfassend liefern diese Daten ein weiteres wichtiges Argument für einen Rauchstopp, selbst nach einem bereits eingetretenen Infarkt."
LEIPZIG - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Jens Kalaene/Jens Kalaene






