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Cybersecurity Campus der TU in Graz offiziell eröffnet

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Rund 5.000 Quadratmeter Nutzfläche für Büros und Labors
©KORNBERGER, APA, INGRID KORNBERGER
Der neue Cybersecurity Campus der TU Graz (CCG) hat am Dienstag offiziell seinen Betrieb aufgenommen. Der Neubau um rund 25 Millionen Euro am Campus Inffeldgasse ist in den vergangenen eineinhalb Jahren aus dem Boden gestampft worden und bietet Büros und Labors auf rund 5.000 Quadratmeter Nutzfläche. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) sprach von "internationaler"Strahlkraft" des CCG und betonte, wie wichtig es sei, beim Thema Sicherheit souverän zu bleiben.

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Die erst vergangene Woche veröffentlichte kriminalpolizeiliche Anzeigenstatistik mit einem massiven Anstieg an Cybercrime-Delikten zeige: "Wir müssen uns wappnen, auf das, was noch auf uns zukommt", so Holzleitner. Rektor Horst Bischof unterstrich indessen, dass mit dem Gebäude mit seiner charakteristischen Fassade aus Fichtenholz ein Forschungsstandort nun auch sichtbar gemacht werde.

Am Institut für Information Security forschen derzeit rund 80 Personen in vier Forschungsbereichen - darunter IT-Sicherheit, Kryptografie, sichere Anwendungen, Systemdesigns und die Sicherheit von und durch Künstliche Intelligenz. Geleitet wird das Institut von Stefan Mangard. In den vergangenen Jahren haben Forschungsergebnisse seines Teams bereits international für Aufsehen gesorgt: Sie deckten Sicherheitslücken wie "Meltdown" und "Spectre" auf und entwickelten beispielsweise auch den Verschlüsselungsstandard ASCON für Lightweight Cryptography. Zudem wurden in den vergangenen Jahren gleich drei ERC-Grants an Land gezogen.

Landeshauptmannstellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) bestätigte die strategische Bedeutung des Instituts: "Es ist ein wunderschönes Haus, aber der Inhalt macht es aus." Wissenschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer (ÖVP) hofft, dass damit das "Exzellenz-Level" der bisherigen Forschung gehalten und Ergebnisse künftig noch schneller in die Wirtschaft gebracht werden können. Mangard zufolge ermögliche das neue Gebäude den Pfad für weitere Entwicklung, aber man wolle nicht übermütig werden. Ab Herbst wird um eine Forschungsgruppe aufgestockt. In einem Jahr soll noch eine weitere dazukommen.

Der Cybersecurity Campus Graz besteht aus drei Bauteilen, die über ein durchgehendes Stockwerk im ersten Obergeschoß miteinander verbunden sind. Im Erdgeschoß befinden sich Foyers, Seminarräume und Aufenthaltszonen, in den oberen Stockwerken Büros und Labors. Das Gebäude sei eines der energieeffizientesten Forschungsgebäude der TU Graz und setzt auf Erdwärme, Photovoltaik sowie ein Konzept mit begrünten Dächern und versickerungsfähigen Flächen im Umfeld. Über Geothermie können rund 65 Prozent der Kälteleistung und rund 75 Prozent der Wärmeleistung abgedeckt werden. Der CCG wurde bewusst um eine fast hundertjährige Silberlinde herum gebaut, die dem Gebäude zusammen mit 20 neu gepflanzten Laubbäumen natürlichen Schatten spendet und dem Bauwerk einen architektonisch interessanten Schwung verleihen soll.

Außenansicht des Cybersecurity Campus Graz anl. der Eröffnung am Dienstag, 07. April 2026.

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