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Die Expertin vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) pflanzte mit Kolleginnen und Kollegen kleine Bäumchen und Büsche auf 500 bis 1.000 Quadratmeter großen Arealen, auf denen zuvor etwa bloß ein karger Rasen wuchs. "Zum Beispiel Silberlinden, Purpurweiden, Ahornbäume und Hopfenbuchen, aber auch Eschen-Varianten, von denen wir glauben, dass sie gegen den derzeit grassierenden Pilzbefall resistent sind", berichtete sie: "Dazu viele Straucharten wie Weißdorn, Mehlbeere, Kornelkirsche und Quitte." Als Unterwuchs dienen etwa verschiedenste Rosenarten.
Die Bäume und Büsche werden als Kleinpflanzen eingesetzt, die nicht allzuviel Geld kosten. Nach wenigen Jahren Aufzuchtspflege sind sie auf sich alleine gestellt. "Das spart ebenfalls Kosten für die Gemeinden und Städte", so Foldal. Allerdings bräuchte dies ein gewisses Maß an Akzeptanz vonseiten der Bevölkerung: "Denn nach einiger Zeit sieht so ein artenreicher Miniwald aus wie eine 'Gstettn', also eben ein ungepflegtes Areal, wo die Pflanzen vor sich hin wuchern."
In Wien, Schwechat und Wiener Neustadt verfolgen die Forscherinnen und Forscher genau, wie sich in Miniwäldern die Artenvielfalt etwa der Pflanzen, Vögel, Nager, Insekten und Mikroorganismen entwickelt, welche Mengen an Kohlenstoff dort gespeichert werden und wie sich das Mikroklima verändert. "Dazu gibt es noch sehr wenige Daten, darum wollen wir quantifizieren, wie viel solch ein Miniwald tatsächlich bringt", sagte Foldal, die das Projekt beim Klimatag präsentiert.
So wurden unter anderem verschiedenste Laufkäfer beobachtet und das Vorkommen von Bienen exakt dokumentiert. Vögel hätten dort viele Versteckmöglichkeiten, vor allem aber gedeihen in solch einem Miniwald auf einmal viel mehr unterschiedliche Pflanzen als auf der gemähten Wiese zuvor, berichtete die Expertin: "An einem Standort haben wir etwa auch irrsinnig viele Mäuse, die vorher kein Habitat (keinen geeigneten Lebensraum, Anm.) dort hatten, und den neuen Wald dort offensichtlich super finden." Sie würden zwar die Bäume teils aus dem Boden wühlen, aber "das ist ein Teil des natürlichen Prozesses."
Der Österreichische Klimatag steht heuer unter dem Motto "Brücken bauen". Die Veranstalter (Climate Change Centre Austria und Environment and Climate Research Hub der Uni Wien) erwarten rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Wissenschaft, von NGOs, Unternehmen sowie interessierte Privatpersonen. Sie können dort einen Überblick zu den aktuellen österreichischen Forschungsaktivitäten über den Klimawandel bekommen und darüber diskutieren, heißt es.
(S E R V I C E - Link zum Programm des Klimatags: https://go.apa.at/5wwt7t9y )






