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Start von ESA-Mission "SMILE" wegen technischer Probleme verschoben

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ESA will mit SMILE herausfinden, wie Sonnenwind auf die Erde wirkt
©Afp, APA, HUGO MATHY
Der Start der Weltraummission SMILE ist wegen technischer Probleme auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Vorgesehen war der Start des Satelliten mit einer Vega-C-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou (Französisch-Guyana) für Donnerstag (9. April). Mit an Bord ist auch Technologie aus Österreich.

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Mit dem SMILE-Satellit ("Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer") will die Europäische Raumfahrtbehörde ESA in Kooperation mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) herausfinden, wie das magnetische Schutzschild der Erde auf den Sonnenwind reagiert, was genau hinter den Polarlichtern steckt und wie sich etwa geomagnetische Stürme auf Satelliten, elektronische Geräte, Navigationssysteme, Flugverkehr und Stromnetze auf der Erde auswirken. Mithilfe von SMILE will man solche Weltraumwetterereignisse besser verstehen und künftig vielleicht sogar vorhersagen können.

Laut ESA ist vor dem Start ein technisches Problem bei der Herstellung eines Bauteils eines Subsystems aufgetreten, das nach der Integration der Trägerrakete festgestellt wurde. Das italienische Unternehmen Avio, Hauptauftragnehmer der Vega-C-Rakete, teilte mit, dass nun weitere Untersuchungen notwendig seien, um einen möglichen Zusammenhang mit der Trägerrakete, die nun für SMILE vorgesehen ist, auszuschließen und die Flugtauglichkeit sicherzustellen. Ein neuer Starttermin werde erst nach Abschluss dieser Prüfungen und in Abstimmung mit dem Zulieferer bekannt gegeben. Laut Avio befinden sich sowohl die Vega-C-Rakete als auch der Satellit "in einem stabilen und sicheren Zustand".

SMILE ist mit vier wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet: einer Röntgenkamera, einer Ultraviolettkamera, einem Ionenspektrometer und einem Magnetometer. Während die UV-Kamera Polarlichter bis zu 45 Stunden am Stück beobachten kann, soll die Röntgenkamera - genannt "Soft X-ray Imager (SXI)" - als größtes der vier Instrumente erstmals das sonst unsichtbare Magnetfeld der Erde visualisieren. Die gesamte Hardware für den Steuercomputer der Röntgenkamera wurde von einem Team des Instituts für Weltraumforschung (IWF) in Graz geliefert. Dort wurde die Datenverarbeitungseinheit - bestehend aus in Graz selbst gebauten Elementen und aus Teilen von Lieferanten - auch getestet, zum Beispiel auf Erschütterungen und auf elektromagnetische Empfindlichkeit. Das niederösterreichische Unternehmen Space-Lock lieferte einen Haltemechanismus für die Röntgenkamera. Die Software für den Steuercomputer der Röntgenkamera kommt vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.

This photograph taken on July 23, 2025 shows the logo of European Space Agency (ESA) on one of its buildings in Paris. (Photo by Hugo MATHY / AFP)

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