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Belastet und schmecken nicht: Viele Olivenöle fallen durch

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Ranzig, stichig oder schlammig: "Öko-Test" hat 30 Olivenöle untersucht
©APA, dpa, Karl-Josef Hildenbrand, GMS, Karl-J. Hildenbrand
Das Wörtchen "extra" sollte beim Geschmack eines nativen Olivenöls eigentlich den Unterschied machen. Oft ist das jedoch nicht der Fall. Die Zeitschrift "Öko-Test" (Ausgabe 5/2026) hat 30 Olivenöle "nativ extra" untersucht, darunter 18 mit Bio-Siegel. Sieben Produkte müssten nach Ansicht der Tester den Zusatz "extra" vom Etikett streichen.

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Denn sensorisch fehlerfrei, wie es die EU-Regeln vorschreiben, fanden die Tester diese Öle nicht, stattdessen ranzig, stichig oder schlammig. Was auffällt: Sechs der sieben "mangelhaften" Durchfaller sind Bio-Öle. Fruchtig, bitter und scharf, wie ein Olivenöl schmecken müsse, waren allerdings auch die restlichen Produkte nicht. Selbst die als "gut" oder "sehr gut" benoteten Öle haben nach Ansicht der Experten noch Luft nach oben.

Weiterer Knackpunkt sind die Schadstoff-Belastungen in vielen Olivenölen. Ausnahmslos in allen Ölen befanden sich mindestens Spuren von Mineralölbestandteilen (MOAH und MOSH), die vermutlich bei der Herstellung ins Öl kommen. Von Pestiziden betroffen waren neben etlichen konventionellen Ölen auch einige Bio-Produkte, wenngleich laut "Öko-Test" Letztere keine großen Mengen und keine "besonders bedenklichen" Pestizide hatten.

Wichtig zu wissen: Der Preis sagt über die Qualität nicht zwingend etwas aus. Das zeigen die beiden "sehr guten" Testsieger, die jeweils das untere und obere Preissegment vertreten: "Bio Natives Olivenöl extra" von Aldi (in Österreich Hofer) und das "Rapunzel Olivenöl nativ extra aus Italien, fruchtig" sind beide ohne Pestizide und punkten mit einem "eher harmonischen" sensorischen Gesamteindruck.

Die Noten im Überblick: zweimal "sehr gut", sechsmal "gut", neunmal "befriedigend", sechsmal "ausreichend" und siebenmal "mangelhaft". Das durchwachsene Ergebnis des Checks von "Öko-Test" bestätigt eine ähnliche Überprüfung der Stiftung Warentest. Diese zog erst vor wenigen Monaten das Fazit, dass gutes Olivenöl rar geworden sei.

Statt frisch-grüner Aromen finden Experten in Olivenölen immer mehr reife Geschmacksnoten. Die eigentlich typische Bitterkeit und Schärfe gehen so ein Stück verloren, das Öl schmeckt schneller ranzig. "Öko-Test"-Tipp: Kaufen Sie innerhalb der ersten drei Monate eines Jahres Ihr Olivenöl. Denn in der Zeit kommen die Öle der neuen Ernte in den Handel, die Produkte sind also insgesamt frischer.

Zu Hause sollten Sie Ihr Olivenöl dunkel, gut verschlossen und am besten unter 15 Grad Umgebungstemperatur aufbewahren. So bleiben die Aromen länger erhalten.

KAUFBEUREN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Karl-J. Hildenbrand/Karl-Josef Hildenbrand

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