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Die öffentliche Verkehrsanbindung wird für die Gäste mit der Aufenthaltsabgabe inbegriffen sein. Mit der Reform sollen 20 Mio. Euro mehr für den Tourismus zur Verfügung stehen. Bei der Pressekonferenz am Montag verwiesen mehrere Teilnehmer auf gesunkene bzw. stagnierende Nächtigungszahlen in Kärnten und rückläufige Erträge. Spartenobmann Josef Petritsch sah einen "enormen Nachholbedarf" bei öffentlicher touristischer Infrastruktur, aber auch bei den Betrieben. Von der Kärnten Werbung fordert er mehr Internationalisierung. "Wir können uns nicht auf die Nahmärkte verlassen."
Klaus Ehrenbrandtner, Geschäftsführer der Kärnten Werbung, sagte, die Gästezufriedenheit liege wegen Rad- und Wanderwegen und der öffentlichen Verkehrsanbindung unter dem Österreichschnitt. Die Kärnten Werbung übernimmt mit der Reform die Verkaufsförderung, konkret etwa den Vertrieb über Buchungsplattformen und Veranstalter. Auch der Webauftritt wird zentralisiert. Für die neuen Aufgaben wird die Kärnten Werbung personell aufgestockt.
Tourismuslandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) nannte das Tourismuspaket "eine der größten Reformen dieser Legislaturperiode". Viele Dinge würden sich ändern, der Tourismus brauche "eine klare Aufgabenzuteilung und Investitionen in die Infrastruktur". Im Reformprozess seien 500 Stakeholder bei mehr als 100 Terminen eingebunden worden.
Die Zweitwohnungsabgabe soll ab März 2028 15 Mio. Euro in die Gemeindekassen spülen. Diese kämen mit dem Aufwand für Zweitwohnsitze nicht mehr zurecht, außerdem erwartet man sich eine Mobilisierung von Wohnraum, erklärte SPÖ-Klubchef Herwig Seiser. Während die frühere Zweitwohnsitzabgabe dezidiert Zweitwohnsitze adressierte, fallen unter die neue Abgabe mit Ausnahmen alle Wohnungen, die nicht als Hauptwohnsitz dienen, auch jene im Eigentum von juristischen Personen. Die Zweitwohnungsabgabe beläuft sich auf maximal 130 Euro monatlich.
Die Oppositionspartei Team Kärnten meinte, die Tourismusreform sei "längst überfällig". Gleichzeitig kündigte Klubobmann Gerhard Köfer an, "eine Vielzahl an Auskunftspersonen in den Fachausschuss" laden zu wollen. Grünen-Landessprecherin Olga Voglauer nannte das neue Tourismusgesetz eine "zeitgemäße Grundlage", um den Tourismus wieder wettbewerbsfähig zu machen. NEOS-Landessprecher Janos Juvan begrüßte die Zusammenlegung bei den Tourismusverbänden und mahnte eine "übergeordnete Tourismusstrategie" ein. Die FPÖ kritisierte die Reform. Klubobmann Erwin Angerer: "Die Tourismus- und Nächtigungszahlen in Kärnten sind seit Jahren rückläufig und die einzige Lösung der ÖVP ist eine Abgabenerhöhung."