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Die jüngsten Vorfälle werfen nach Ansicht der Umweltstadträtin grundlegende Fragen zur Wirksamkeit des bisherigen Monitorings auf. "Es ist offensichtlich, dass selbst sorgfältige Kontrollen nicht mehr ausreichen, um die Stabilität der Bäume zu garantieren", sagte Alfonsi. Zu den Ursachen zählten neben dem hohen Alter der Bäume auch frühere Eingriffe, etwa durch Betonplatten, Asphaltarbeiten oder unterirdische Leitungen, die die Wurzeln der Bäume beschädigt hätten.
Die Stadt sehe sich nun mit zwei dringenden Aufgaben konfrontiert. Zum einen müsse gemeinsam mit Fachbehörden, Berufsverbänden und Wissenschaftern ein neues, wissenschaftlich fundiertes System zur Überwachung der Baumgesundheit entwickelt werden. In Rom gebe es mehr als 350.000 öffentliche Bäume, hinzu kämen zahlreiche private. Zum anderen kündigte Alfonsi ein Programm zur schrittweisen Erneuerung des Baumbestands an. Bereits gestartet sei eine gezielte Erhebung der Pinien, die besonders anfällig für solche Vorfälle seien. Dabei werde unter anderem das Pflanzjahr jedes einzelnen Baumes überprüft.
Pinien erreichten nach etwa 100 bis 120 Jahren ihre natürliche Lebensgrenze, bei zusätzlichem Stress oft früher. Die Bäume an den Kaiserforen stammen aus dem Jahr 1931 und lägen damit am Ende ihres Lebenszyklus. "Wir müssen mit den ältesten Bäumen beginnen und sie systematisch ersetzen", so Alfonsi. Dabei solle künftig nicht nur der aktuelle Zustand, sondern auch die Geschichte jedes Baumes in die Bewertung einbezogen werden.
Die Kaiserforen umfassen neben dem Caesarforum am Fuß des Kapitolhügels vor allem das im Jahr 2 vor der Zeitenwende eingeweihte Forum des Augustus sowie die Anlagen des Nerva aus dem Jahr 97 und des Trajan aus dem Jahr 112. Die Komplexe dienten als Zentren für Gewerbe, Handel und Kultur. Vom älteren Forum Romanum trennt sie die unter Benito Mussolini 1924 bis 1932 errichtete Parade-Straße Via dei Fori Imperiali.
Tourists stand in a street overlooking the Imperial Fora (Fori Imperiali) in central Rome, on October 6, 2025. (Photo by Tiziana FABI / AFP)






