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Hauptaktionär übernimmt Airline Condor ganz

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Deutscher Staat steigt bei Condor aus
©APA, dpa, Arne Dedert
Bei der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Condor zieht sich der deutsche Staat zurück. Der britische Mehrheitseigner Attestor übernimmt Ende August 2027 die verbliebenen Anteile von 49 Prozent, die bisher über die SG Luftfahrtgesellschaft von Bund und dem deutschen Bundesland Hessen gehalten werden. Attestor ziehe dafür eine Kaufoption, die bereits beim Einstieg des Finanzinvestors im Jahr 2021 vereinbart wurde, teilte Condor mit.

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Nach der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook und den Folgen der Corona-Pandemie war der deutsche Staat inmitten der Krise eingesprungen. Die Staatshilfen hat Condor im Frühjahr 2026 vorzeitig zurückgezahlt. Dabei handelte es sich um einen Kredit der Förderbank KfW in Höhe von 175 Millionen Euro. Nun ordnet Condor die Gesellschafterstruktur neu. Weitere Angaben, etwa zu finanziellen Details, wurden nicht gemacht.

Die Airline hatte in den vergangenen Jahren ihr Geschäft kräftig umgebaut. Sie hat ihre Langstreckenflotte erneuert, baut ihre Kurz- und Mittelstreckenflotte aus und entwickelt ihr Städteflugnetz als Zubringer für das Drehkreuz Frankfurt weiter. Eigene Zubringer sind für Condor wichtig, da AUA-Mutter Lufthansa den bisherigen Zubringervertrag gekündigt hat. Zudem zog Condor zurück an den Frankfurter Flughafen, nachdem die Airline ihren Firmensitz aus Kostengründen in den Vorort Neu-Isenburg verlegt hatte.

Attestor übernimmt die übrigen Condor-Anteile allerdings in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 (30. September) stieg der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zwar um ein Viertel auf 151 Mio. Euro, wie Condor im April mitgeteilt hatte. Auch kletterte die Zahl der Passagiere um 13 Prozent auf gut 9,6 Millionen Menschen. Unterm Strich wuchs aber der Verlust um 13,7 Prozent auf 110,43 Mio. Euro. Grund waren interne Darlehenszinsen gegenüber Attestor und hohe Leasing-Bewertungen der meist noch sehr jungen Flugzeuge.

Auch belasten gestiegene Spritpreise infolge des Iran-Kriegs die Airline-Branche. Flugpassagiere müssten sich auf weiter steigende Ticketpreise einrichten, hatte Condor-Chef Peter Gerber Ende August bei einer Luftverkehrsveranstaltung in Frankfurt gesagt, auch mit Blick auf die Lage am Persischen Golf.

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