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In Tirol herrschte am Mittwoch jedenfalls nach wie vor große Gefahr - konkret Lawinengefahrenstufe 4, die zweithöchste auf der fünfteiligen Skala. Bereits an zehn aufeinanderfolgenden Tagen wurde diese Gefahrenstufe ausgegeben. Lawinen könnten laut den Experten teilweise in tiefe Schichten durchreißen und groß werden, vor allem an West-, Nord- und Osthängen. Die Gefahrenstellen seien jedenfalls zahlreich. Vorsicht sei vor allem im selten befahrenen Gelände sowie an Übergängen von wenig zu viel Schnee geboten, wie zum Beispiel bei der Einfahrt in Rinnen und Mulden.
Die hohe Lawinengefahr offenbarte sich jedenfalls Mittwochmittag im Zillertal. Gleich drei Lawinen gingen am Hintertuxer Gletscher in der Nähe der Liftanlagen im freien Gelände ab, sagte ein Polizeisprecher zur APA. Ein groß angelegter Sucheinsatz unter Beteiligung von zwei Hubschraubern, Bergrettung mitsamt Suchhunden und Alpinpolizei war die Folge. Ob es Verschüttete gab bzw. wenn ja, wie viele, war jedoch noch völlig unklar.
Die kritische Situation rief jedenfalls auch den Österreichischen Alpenverein (ÖAV) auf den Plan. In einer Aussendung wurde "eindringlich vor Touren und Variantenabfahrten im freien Gelände an den kommenden Schönwettertagen" gewarnt und auf die angespannte Situation in weiten Teilen Österreichs hingewiesen. Hänge über 30 Grad Neigung müssten konsequent gemieden werden. Auch angrenzende Hänge sollten unbedingt in die Planung mit einbezogen werden. Eine "defensive Strategie" bleibe oberstes Gebot - ebenso wie das Mitführen einer vollständigen Notfallausrüstung, die im Ernstfall Leben retten könne.
Seit dem 15. Februar waren in ganz Österreich zwölf Wintersportler durch Schneebretter ums Leben gekommen, neun davon in Tirol. Insbesondere Variantenfahrer waren betroffen. Während im Tourenbereich "nur" ein Todesopfer zu beklagen war, gab es laut dem Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) im Nahbereich von Skipisten elf Tote.
