Nach Wahl-Verlusten von

Rote mucken auf

In der SPÖ rumort es - Aufmüpfige Junge verlangen Abstimmung über Koalitionsvertrag.

Werner Faymann © Bild: APA/Techt

Das ist wie bei einer schweren Verletzung: Der Schmerz setzt mit Verzögerung ein. Ein paar Tage hielt in der SPÖ die Erleichterung über den mit Mühe verteidigten Platz eins an. Fast automatisch hielten sich alle an die berühmte Parteidisziplin.

Doch Disziplin war gestern. Die Irritation über Stimmen-und Prozentverluste ist groß. Die Parteispitze will darüber nicht so groß und schon gar nicht öffentlich diskutieren, sondern hat sich der ausgiebigen, aber stillen Analyse verschrieben. Schließlich ist man schon beim nächsten Tagungsordnungspunkt: den Koalitionsverhandlungen, die nicht gestört werden sollen.

"Unsere letzte Chance"

Also macht sich der Unmut in der SPÖ daran fest. Während sich Parteichef Werner Faymann erst den Auftrag zur Regierungsbildung holte und sich die ÖVP zur Aufnahme von Verhandlungen erst bequemen muss, mucken junge Rote auf: "Die SPÖ hat das schlechteste Wahlergebnis eingefahren, seit es freie Wahlen gibt, also seit 1919. Wir sind noch einmal Erster geworden, aber viele Leute in der Partei sind sich einig: Das ist unsere letzte Chance!" Die kritische Sektion 8 in Wien-Alsergrund und die Sozialistische Jugend fürchten, "dass wir, um den Kanzler zu behalten, wieder alles andere verlieren werden, so wie 2007 unter Alfred Gusenbauer."

Deshalb fordern sie, ein allfälliges Koalitionsabkommen den SPÖ-Mitgliedern zur Urabstimmung vorzulegen. Postwendend kam von oben das Njet. Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos tat kund: "Eine Mitglieder-Abstimmung über einen allfälligen Koalitionsvertrag ist nicht sinnvoll und praktikabel." Die roten Landeshauptmänner Michael Häupl, Franz Voves und Hans Niessl halten auch nichts von einem Mitgliedervotum und wollen die Debatte schnell vom Tisch haben.

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Kommentare

derpradler

Wer regiert ist egal, solange die EU bestimmt was gemacht wird!

simm1111
simm1111 melden

Da hatte man ja früher im Ostblock mehr Mitspracherecht!!!

giuseppeverdi melden

Nicht nur FRÜHER im Ostblock. Da darf man ja HEUTE in Nordkorea mehr mitreden!

rrrudi0503 melden

Faymann weg . Rot - Blau her !!! Jetzt !!!!!

christian95 melden

Demokraten nennen sich solche Bonzen, die voller Stolz verkünden sie wollen sich über Volksentscheide hinweg setzen. Wozu gibt es Wahlen? Wenn sich solche abgehoben Typen über den Wählerwillen hinwegsetzen und mit gewählten Mandatare nicht zusammenarbeiten wollen. (Faymann, Glawischnig, HC)...

christian95 melden

Nachtrag: Auch die NEOS

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