Steuerausgleich leicht gemacht mit diesen 9 Antworten

Alle wichtigen Infos zur Arbeitnehmerveranlagung

Der Steuerausgleich ist etwas, womit sich niemand richtig gern beschäftigt. Trotzdem ist es ratsam, die Arbeitnehmerveranlagung zu erledigen, bringt sie doch (auch) Geld zurück. Der Steuerausgleich kann auch heuer wieder ganz einfach über die Seite FinanzOnline erledigt werden. Wie es funktioniert und was Sie steuerlich abschreiben können, lesen Sie hier.

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Inhaltsverzeichnis:

1. Wer kann einen Steuerausgleich machen?
2. Warum sollte man einen Steuerausgleich machen
3. Ab wann ist der Steuerausgleich möglich?
4. Wann ist das Geld auf meinem Konto?
5. Wie lange zurück ist der Steuerausgleich möglich?
6. Was kann ich abschreiben?
7. Wie mache ich einen Steuerausgleich?
8. Nachzahlung - und jetzt?
9. Wie lange Nachholungen möglich sind

1. Wer kann einen Steuerausgleich machen?

Jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin in Österreich.

2. Warum sollte man einen Steuerausgleich machen?

Seit dem Veranlagungsjahr 2016 gilt die sogenannte antragslose Arbeitnehmerveranlagung. Das bedeutet: Arbeitnehmer erhalten ihre Steuergutschrift automatisch, wenn sich auf Grundlage der aus den Lohnzetteln bekannten Höhe der nichtselbstständigen Einkünfte für die Steuerpflichtigen eine Steuergutschrift ergibt. Trotzdem wird unbedingt geraten, das Formular selbst auszufüllen, denn zusätzliche Absetzbeträge werden bei der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung nicht berücksichtigt. Die automatische Gutschrift diene vor allem als Sicherheitsnetz für Wenigverdiener, die auf den Steuerausgleich vergessen, erklärt Manfred-Georg Korn von der Arbeiterkammer (AK) Wien mitteilt.

» Selbst wenn man abseits der Steuergutschrift keine Abschreibungen hat, zahlt es sich aus, das Formular auszufüllen«

Tipp vom Experten: Selbst wenn man abseits der Steuergutschrift keine Abschreibungen hat, zahlt es sich aus, das Formular auszufüllen, weil das einen zeitlichen Vorteil gegenüber der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung bringt beziehungsweise der Antrag so schneller bearbeitet wird.

3. Ab wann ist der Steuerausgleich möglich?

Dienstgeber haben bis Ende Februar Zeit, die Lohnzettel der Arbeitnehmer ans Finanzamt zu übermitteln. Dann kann das Finanzamt den Steuerausgleich berechnen.

4. Wann ist das Geld auf meinem Konto?

Die Berechnung dauert im Schnitt rund zwei Wochen.

5. Wie lange zurück ist der Steuerausgleich möglich?

Wer in den Vorjahren vergessen hat, seinen Steuerausgleich zu machen, der kann das nachholen und zwar für fünf Jahre rückwirkend.

6. Was kann ich abschreiben?

Spenden an begünstigte Organisationen

Spenden an begünstigte Organisationen in der Höhe von maximal 10 % der Jahreseinkünfte lassen sich steuerlich absetzen. Der Spendenempfänger ist verpflichtet, eingegangene Spenden beim Finanzamt zu melden. Laut Christoph Hofer empfiehlt es sich daher, die personenbezogenen Daten zu kontrollieren, die der jeweiligen Spendenorganisation vorliegen.

Personenversicherung und Wohnraumschaffung

„Ausgaben, die vor 2016 abgeschlossene Personenversicherungen wie private Kranken- oder Unfallversicherungen betreffen, sind steuerlich absetzbar“, so Steuerexperte Hofer. Dasselbe gilt für Ausgaben zur Wohnraumschaffung und -sanierung, vorausgesetzt der Vertrag wurde bereits vor 2016 geschlossen oder die Sanierung wurde vor dem 1. Jänner 2016 gestartet.

Auswärtige Berufsausbildung

Wenn die Berufsausbildung eines Kindes außerhalb des Wohnortes stattfindet, können die Ausgaben dafür mit einem pauschalen Betrag in Höhe von EUR 110,- monatlich steuerlich berücksichtigt werden. „Hier ist zu beachten, dass innerhalb des Einzugsbereiches des Wohnortes keine Möglichkeit auf eine vergleichbare Ausbildung bestehen darf“, ergänzt Christoph Hofer.

Krankheitskosten

Sowohl Krankheits- als auch Pflegekosten sind zum Teil als außergewöhnliche Belastungen steuerlich absetzbar. Dafür müssen sie allerdings den einkommensabhängigen Selbstbehalt zwischen 6 % und 12 % übersteigen. „Sollten die Krankheitskosten bereits hoch ausgefallen sein, könnte sich die Durchführung einer bevorstehenden Behandlung noch im selben Jahr lohnen. Die Gesamtkosten lassen sich so eventuell steuerlich verwerten“, betont Christoph Hofer. Außerdem kann bei Erkrankungen wie Zuckerkrankheit, Tuberkulose, Leber- oder Nierenleiden aufgrund der notwendigen Diätverpflegung ein monatlicher Pauschalbetrag geltend gemacht werden.

Kirchenbeitrag

Der Kirchenbeitrag lässt sich wie gewohnt mit bis zu 400 Euro steuerlich absetzen. „Kirchenbeitragszahlungen werden dem Finanzamt seit letztem Jahr direkt gemeldet und automatisch in die Arbeitnehmerveranlagung übernommen“, so Christoph Hofer.

Werbungskosten

Fortbildungs-, Ausbildungs- und Umschulungskosten sollten laut Hofer ebenfalls abgesetzt werden. Hier können Studien- und Kursgebühren, Fachliteratur sowie Reisekosten geltend gemacht werden.

7. Wie mache ich einen Steuerausgleich?

Seinen Steuer- bzw. Jahresausgleich kann jede/r Arbeitnehmer/in selbst durchführen. Grundlegend unterscheidet man zwischen den Formularen der Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung (L1) und der Einkommensteuererklärung (E1). Ersteres Formular kommt zum Einsatz, wenn man ausschließlich Einkommen aus nichtselbstständiger Tätigkeit bezieht, das andere Formular muss man ausfüllen, wenn zusätzlich andere Einkünfte vorliegen. Über die Website "FinanzOnline" können die entsprechenden Formulare online ausgefüllt werden. Dafür muss zuerst ein Zugangspasswort beantragt werden. Dort gibt es auch eine Vorberechnungsfunktion.

Weiterführender Link:

Auf der Homepage des Finanzministeriums können Sie das Steuerbuch als pdf-File oder E-Book downloaden.

8. Nachzahlung - und jetzt?

Was passiert eigentlich, wenn der Bescheid vom Finanzamt anstatt einer Rückzahlung eine Nachzahlung enthält? In diesem Fall kann der Antrag innerhalb eines Monats zurückgezogen werden und die Nachzahlung entfällt. Doch Vorsicht! "Das gilt nur für die freiwillige Arbeitnehmerveranlagung", sagt AK-Experte Korn. Sobald rechtliche Gründe vorliegen, muss die Nachzahlung erfolgen.

9. Wie lange Nachholungen möglich sind

Ist man mit seinem Bescheid nicht zufrieden oder will etwas ergänzen, das man vergessen hat, kann innerhalb eines Monats Beschwerde beim Finanzamt eingereicht werden. Für nachträgliche Änderungen steht einem insgesamt ein Jahr zur Verfügung.

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