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Geld: 5000 € anlegen -
lohnt sich das überhaupt?

Sparen - Geld: 5000 € anlegen -
lohnt sich das überhaupt? © Bild: pixinoo

Nicht jeder hat Unsummen an Geld übrig, um es für sich arbeiten zu lassen. Doch schon bei einer überschaubaren Summe von 5000 € sollte man sich Gedanken über sein Geld machen. Welche Anlagemöglichkeiten lohnen sich? Auf was muss man achten? Und wie geht man am besten vor? Ein Überblick.

Was sind schon 5000 Euro. Kann man mit dieser Summe schon einen Vermögensaufbau beginnen? Die Antwort darauf lautet: Ja, selbstverständlich kann man diese Summe sinnvoll anlegen.

Extrem wichtig: Die Notreserve

Doch bevor dieses Geld zum Vermögensaufbau eingesetzt wird, sollte man sich eine viel simplere Frage stellen: Soll ich die 5000 Euro tatsächlich anlegen? Oder soll das Geld besser als Reserve sicher und verfügbar bleiben – zum Beispiel auf einem täglich fälligem Sparkonto.

Kopfkissen vs. Inflation

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Das mag komisch klingen, zumal sichere Anlagen keine nennenswerten Zinsen mehr bringen, zugleich aber an Kaufkraft verlieren (in Österreich liegt die Inflation derzeit bei genau zwei Prozent). Aber eine Notreserve erwirtschaftet ihre „Rendite“ auch dadurch, dass ihr Besitzer im Falle unvorhergesehener Ausgaben (Waschmaschine kaputt, Autoreparatur oder Jobverlust) keinen teuren Ratenkredit aufnehmen muss. "Als Untergrenze für ein ständig verfügbares Reservekapital gelten drei Monatsgehälter“, argumentiert etwa der Verein für Konsumenteninformation(VKI).

Schritt 1: Rücklage aufbauen

Wie hoch die Notreserve im Einzelfall sein sollte, hänge immer vom persönlichen Lebensstandard ab. "Eine Kontoüberziehung ist extrem teuer, daher ist eine solche Liquiditätsreserve für jeden wichtig“, sagt Bernd Lausecker, Experte für Finanzdienstleistungen beim VKI, im Gespräch mit news.at.

Vorzeitige Auflösung = Geldverlust

Sparer sollten daher zunächst Reserven aufbauen, bevor sie sich zum Vermögensaufbau mit Sparverträgen, Wertpapieren oder einer Anlage für die Altersvorsorge entscheiden. "Wer plötzlich Geld braucht und darum zu einem ungünstigen Zeitpunkt aus einem Aktienfonds aussteigt muss mit Geldverlusten rechnen“, warnt der Finanzexperte.

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Schritt 2: Vermögensaufbau planen

Wer also eine entsprechende Reserve aufgebaut hat, darf einen Schritt weiterdenken. Wo kann ich mein Geld anlegen – und mit welchen Gewinnen kann ich rechnen? Die typische Bankberatung über eine Anlagesumme von 5000 Euro läuft bei den großen Banken in Österreich meist auf ein Produkt hinaus – in der Regel ein Mischfonds.

Der Mischfonds als Allheilmittel?

Das hat einen simplen Grund, wie Mauro Maschino, Vorstand „Privatkundenbank“ der UniCredit Bank Austria, erkärt: „Die Zeiten sind vorbei, in denen man sein Vermögen auf ein Sparbuch legen und zusehen konnte, wie es wächst. 1990 bei jährlichen Sparzinsen von sieben bis acht Prozent dauerte es knapp zwölf Jahre, um sein Sparguthaben zu verdoppeln. Heutzutage wären es circa 400 Jahre.“

Je höhrer das Risiko, desto länger die Laufzeit

Freilich werden Investmentfonds als „einfach“ und „transparent“ dargestellt. Doch Vorsicht : Bei der Neueröffnung eines Fondspardepots fallen Serviceentgelte und Verwaltungsgebühren an. Kaum einer der „Kassenschlager“ der Banken kostet weniger als zwei Prozent Gesamtgebühren pro Jahr – das ist zu viel gemessen an ihrem meist defensiven Risikoprofil und der Tatsache, dass die Produkte trotz starker Märkte in den vergangenen Jahren kaum vom Fleck gekommen sind.

Was Aktieneinsteiger dringend brauchen

Eine rentablere Vorsorge sind Anlagen, die Kursschwankungen unterliegen wie etwa Aktien oder ETFs (börsengehandelte Fonds, "Exchange Trading Funds“). Für viele Sparer ist ein Wechsel von sicheren (aber praktisch renditenlose) Spareinlagen zu Wertpapierinvestments ein großer Schritt.

Nur keine Eile

Für Einsteiger gilt: Nur wer sein Kapital hier langfristig bindet (20-25 Jahre) wird ohne Verluste aussteigen. Was man braucht: Gute Nerven und die Geduld auch in kritischen Börsenphasen durchzuhalten das Kapital nicht abzuziehen.

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ETFs: Risikoreichere Investmentklasse

Wichtig: ETFs zeigen nicht immer die gleiche Performance wie der dahinter liegende Index. Grund für die Abweichungen sind Währungsschwankungen und sogenannte „Tracking Errors“ (Verzögerungen beim Nachbilden des Index). Die Kaufspesen und Gebühren sind beim ETF deutlich geringer als bei gemanagten Fonds. Was toll klingt, darf dennoch nicht überbewertet werden: Geringere Kosten garantieren nicht automatisch eine höhere Rendite.

Gute Option für defensive Anleger

Defensive Anleger bleiben lieber beim gemanagten Mischfonds, der das Vermögen der Anlage über viele Wertpapiere und -klassen streut und in den vergangenen Jahren bereits nachhaltig bewiesen hat, in vielen Börsenlagen Renditen erwirtschaften zu können.

Schritt 3: Beratung ist gut, Kontrolle ist besser

Wer sich entschlossen hat sein Geld in ein Produkt zu investieren, sollte sich vom Profi beraten lassen. Bevor man zum Bank- oder Vermögensberater geht, muss man sich folgende Fragen stellen:

Wichtige Fragen an sich selbst:
- Wie lange kann ich mein Geld entbehren?
- Was genau will ich mit der Anlage erreichen? (Nur den Wertverlust durch die Inflation ausgleichen, Renditen erzielen, Absicherung fürs Alter...)

Hier sollten Sie misstrauisch werden

„Vertrauen Sie nie nur einem Berater“, rät Bernd Lausecker vom VKI. Auch bei Sätzen wie „Ich habe da ein super Angebot für Sie“ sollte man hellhörig werden. Wer bei derzeitiger Marktlage zweistellige Wachstumsraten verspricht sei nicht seriös.

»Vertrauen Sie nie nur einem Berater«

Wichtig sei, dass sich der Berater ein umfassendes Bild über ihre Lebensumstände, Finanzkraft und Zukunftsplanung macht – nur so kann er ein geeignetes Produkt empfohlen werden. Je mehr „Vorarbeit“ man selbst leistet, desto fruchtbarer die Beratungsgespräche.

Finger weg von Online-Broker-Apps

Beim Thema Online-Broker-Apps hat der VKI-Experte eine eindeutige Meinung: „Hier werden Wetten abgeschlossen (binäre Optionen), keine Aktien gekauft. Ich kenne niemanden, der hier wirklich viel Geld damit gemacht hat.“ Im Gegenteil: Der VKI kennt Fällte, bei denen Nutzer von Broker-Apps monatelang darum gekämpft haben ihr Geld zu bekommen. Erst mit Unterstützung von Anwälten wurden sie aus den Knebelverträgen entlassen.

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