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Richard Lugner: Abgang
zwischen Trotz und Tränen

"Fades Taubenfüttern" überlässt er dennoch "dem Herrn Khol"

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Mit feuchten Augen, einem handfesten Eklat und einem wahltaktischen Disput mit seiner Gattin Cathy sagte Richard Lugner der Politik lautstark Servus – für immer, wie er betont.

Richard Lugner lud zur Präsentation der ersten Hochrechung in die Kino-Longue seines Einkaufszentrums und gab anfangs – absolut imagekonform – den leutseligen Gastgeber. Doch kaum flimmerten die provisorischen Ergebnisse über die Leinwand, hatte der Baumeister neben der Wahl auch noch sehr viel Geld verloren: rund 700.000 Euro.

"So viel hat mich der Wahlkampf gekostet, das war mehr als geplant“, gesteht der Kandidat mit brüchiger Stimme und feuchten Augen. "Natürlich bin ich enttäuscht.“ Gattin Cathy indes ist froh, dass sämtliche Adaptierungsarbeiten in der Lugner-Villa in den Grinzinger Weinbergen bereits vor der Wahl abgeschlossen werden konnten – zumal Mörtel nun ankündigte, dass in nächster Zeit keine großen finanziellen Sprünge möglich wären.

Ein weiteres Engagement in der Politik schließt Richard Lugner kategorisch aus: "Damit ist jetzt ein für alle Mal Schluss.“ Für den unwahrscheinlichen Fall, dass er in die Hofburg eingezogen wäre, hätte der Kaufhauskönig die Führung seiner Shoppingmall in die Hände seiner Söhne gelegt. Doch da er nicht Bundespräsident wird, will er sein Zentrum weiter alleine führen. "Denn Taubenfüttern im Park, das ist nicht meines", sagt er.

Disput mit dem ORF

"Mein Mann ist noch viel enttäuschter, als er zugeben möchte", erzählt indes seine Frau Cathy. "Mit fünf, sechs Prozent hätte er zumindest gerechnet." Die Schuld am bescheidenen Abschneiden geben die Lugners den Medien im Allgemeinen und dem ORF im Speziellen – hatte dieser den Kandidaten doch nur zur Elefantenrunde, nicht aber zu den Duellen geladen.

Entsprechend emotional wird Lugner auch im Rahmen seiner ersten Stellungnahme gegenüber dem ORF. "Niemanden!" brüllt er die konsternierte Reporterin an. Dabei wollte die doch bloß wissen, welchen der im Rennen verbliebenen Kandidaten er nun seiner Wählerschaft empfehlen werde. Als ihm die Interviewerin zum wiederholten Male unterbricht, droht Lugner sogar mit dem Abbruch des Gespräches. Und Gattin Cahty sekundiert lautstark aus dem Off: "Ich würde dem ORF einen Tritt geben!"

Wahlempfehlung

Was Richard Lugner am Sonntag um 17.25 Uhr politisch noch ein kleinwenig interessant macht: Er hatte bislang nicht verraten, ob und für wen er eine Wahlempfehlung aussprechen werde. Doch um 17.26 Uhr ist auch dieses letzte Geheimnis gelüftet. "Da kommt ja nur der Hofer in Frage“, verrät Cathy Lugner und verlässt mit ihrem Mann die Kino-Longue. Und die innenpolitische Bühne. Am Sonntag flimmerten noch die ersten Hochrechnungen über die Leinwand von Saal 10. Ab Montag läuft hier wieder der Actionfilm "Die Bestimmung".

Kommentare

Irgendwie ist er doch ein Kasperl. Aber ein sympathischer Kasperl!

Realitätsverlust, stillos, proletoid - wie eben die Großparteien. Wenn man den Repräsentanten so zuhört, haben die Alt-Parteien in der Vergangenheit gewonnen, woher all die vielen Rechts-Wähler (Frechheit!) kommen, können sie sich nicht erklären. Der Wähler honoriert die tolle Arbeit von SPVP nicht, unverständlich! Unverständlich? Für uns nicht, für die schon.

Urlauber2620

Und aus der Traum von der First Lady. Haben die zwei wirklich geglaubt in die Hofburg einziehen zu können? Beim Interview zeigten beide ihr wahres Gesicht wobei das von der Cathy, auf Grund ihres Niveaus, nichts neues zeigte.

Hobby-Österreicher

Der Norbert Hofer hat eine neue Verehrerin... das freut ihn sicher... er steht ihr ja auch altersmäßig um ein Vielfaches näher, als ihr Göttergatte ;-)

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