5 elementare Fehler bei
Konflikten in der Familie

Das Zusammenleben in einer Familie ist nicht immer harmonisch. Nein, ganz im Gegenteil. Der gemeinsame Alltag bietet jede Menge Konfliktstoff und sogar in den "besten" Familien wird diskutiert und zuweilen heftig gestritten. Wie sich Konflikte in Familie oder Team mit Herz und Verstand lösen lassen, hat die Harvard Law School Strategien zusammengefasst.

von Psychologie - 5 elementare Fehler bei
Konflikten in der Familie © Bild: Wavebreak

Fehler #1: Egozentrisches Denken

Empathie ist nicht nur eine gesunde Voraussetzung für das mitmenschliche Zusammenleben. Sie eröffnet in schwierigen Situationen auch oft einen Lösungsansatz. Egozentrisches Denken hingegen führt schnell zu verhärteten Fronten, weiß Verhandlungsexpertin Katie Shonk von der Harvard Law School. Jede Seite sieht nur die eigene Position und fühlt sich durch Forderungen des Gegenüber unfair behandelt. Tipp: Versuchen Sie sich in die Lage ihres Gegenübers zu versetzen, um so persönliche Ansichten oder Fakten besser erklären zu können.

Fehler #1: Drohungen aussprechen

Bei einem autoritären Erziehungsstil mögen sie an der Tagesordnung stehen. Doch Drohungen sind bei der Konfliktlösung meist der falsche Weg. Wer bei Streitereien einzuschüchtern versucht, muss sich darauf einstellen, dass der Konflikt eskaliert, befindet die Expertin vom Harvard „Program on Negotiation“. Dieser Grundsatz gelte sowohl für Eltern als auch Chefs im Firmenumfeld. Drohungen sollten bei der Konfliktlösung immer das allerletzte Mittel darstellen.

Fehler #3: Keine Kompromisse eingehen

Gruppen neigen in Konfliktsituationen schnell dazu, sich gegen andere Personenkreise abzuschotten. Das Szenario könnte sein: Eltern gegen Kinder oder Abteilungsleiter gegen normale Angestellte. In der Folge werden Forderungen als extremer und bedrohlicher bewertet, als sie es in Wahrheit sind. Haben alle ihre Standpunkte auf den Tisch gebracht, gilt es, Gemeinsamkeiten hervorzuheben. Hier hilft Rationalität - und wenn es nur der kleinste gemeinsame Nenner ist. Identifizieren Sie die Punkte, die Sie mit den Streithähnen gemeinsam haben.

Fehler #4: Über die Ursache spricht man nicht

Die meisten Streitigkeiten im Geschäftsleben drehen sich oberflächlich betrachtet um Geld. Der Konflikt scheint eindeutig zu sein: Gewinnt die eine Seite, muss die andere Seite draufzahlen. Geld ist laut der Harvard-Expertin Shonk aber oft nur ein Statthalter für tiefer gehende Bedürfnisse wie dem Wunsch nach Anerkennung der Leistungen. Und hier sind wir auch schon im priavten Umfeld angelangt. Warum streitet sich die Schwiegertochter mit der Schwiegermutter eigentlich wirklich? Nehmen Sie sich Zeit, die wahren Motive der Kontrahenten offenzulegen. Auf diese Weise wird der Konflikt vielschichtiger, aber womöglich auch leichter lösbar.

Fehler #5: Unantastbarer Standpunkt

Bis hierhin und nicht weiter. Manche Positionen sind schlicht unantastbar. Diese scheinbaren Tabus verleiten dazu, Gespräche schneller abzubrechen. Laut Experten von der Harvard Business School kann diese Prinzipientreue tote Winkel erzeugen. So mancher scheinbar heilige Wert erweise sich nämlich bei genauerem Hinschauen als lediglich „pseudoheilig“ – das bedeutet, er ist nur unter bestimmten Bedingungen unantastbar. Eine genaue Analyse offenbart womöglich eine Lösung, die dem Geist der eigenen Überzeugungen entspricht. Der Familienbetrieb muss unbedingt in der Familie bleiben? Vielleicht nicht, wenn durch den Erlös eine wohltätige Einrichtung unterstützt wird, deren Anliegen dem Firmengründer besonders am Herzen lag, gibt Shonk als Beispiel an.

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