Bestattung: Was tun im Sterbefall?

Erschüttert ein Todesfall die Familie, sind es in der Regel die trauernden Angehörigen, die sich um eine Bestattung kümmern. Die Beisetzung zu organisieren und zu planen, kann für Hinterbliebene eine große Herausforderung sein. Wie man am besten vorgeht, welche Bestattungsformen es gibt und wie viel eine Bestattung kostet.

von Bestattung © Bild: Elke Mayr

Inhaltsverzeichnis

  1. Wie geht man bei der Bestattung am besten vor?
  2. Welche Bestattungsformen gibt es in Österreich?
  3. Ist eine Bestattung auf dem eigenen Grundstück erlaubt?
  4. Was kostet die Beisetzung?
  5. Wer bezahlt in der Regel?
  6. Was, wenn man sich das Begräbnis nicht leisten kann?
  7. Wie kann man vorsorgen?
  8. Wie wählt man ein geeignetes Bestattungsinstitut aus?

Wie geht man bei der Bestattung am besten vor?

Wenn jemand verstirbt, muss im Anschluss eine Bestattung organisiert werden. Aufgrund der emotional belastenden Situation ist das für Hinterbliebene nicht immer einfach. Welche Schritte sind nach dem Tod einer Person notwendig, um eine Beisetzung zu planen?

Schrittweise Organisation einer Bestattung:

  1. Jeder Todesfall ist zunächst einem Arzt oder einer Ärztin zu melden.
  2. Es wird eine ärztliche Totenbeschau durchgeführt. Danach stellt der Arzt/die Ärztin das Formular "Anzeige des Todes" - beinhaltet die "Todesbescheinigung" - und den Leichenbegleitschein aus.
  3. Mit der "Todesbescheinigung" kann eine Anzeige des Todesfalls - spätestens am nächsten Werktag - beim Standesamt erfolgen.
  4. Nach Abschluss der Totenbeschau und Freigabe der Toten/des Toten muss ein Bestattungsunternehmen beauftragt werden. Das Unternehmen holt die Verstorbene/den Verstorbenen ab (Leichenbegleitschein wird benötigt).
  5. Details zur Bestattung wie die Auswahl des Sarges oder Art und Ablauf der Bestattungsdurchführung kann anschließend mit dem Bestattungsinstitut geklärt werden.

Manche Bestattungsunternehmen übernehmen auch die Behördengänge wie beispielsweise die Anzeige des Todesfalls beim Standesamt. Die entsprechenden Dokumente (Formular "Anzeige des Todes", persönliche Dokumente) müssen dazu dem Bestattungsinstitut ausgehändigt werden.

In Österreich gilt die Bestattungspflicht. Prinzipiell sind die jeweiligen Gemeinden für Todesfälle zuständig. Da in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche gesetzliche Regelungen (Landesgesetze) - etwa in Bezug auf Fristen oder ein Aufbahrung zuhause - herrschen, ist es empfehlenswert sich bei der betreffenden Gemeinde oder einem Bestattungsunternehmen über rechtliche Details zu informieren.

Anlaufstellen für Angehörige:

Die unterschiedlichen Landesgesetze zur Bestattung in Österreich:

Welche Bestattungsformen gibt es in Österreich?

Gemeinsam mit dem Bestattungsinstitut kann besprochen werden, wie jemand bestattet werden soll. Grundsätzlich gibt es in Österreich zwei Formen der Bestattung: Eine Erdbestattung und eine Feuerbestattung.

Bestattungsformen in Österreich
© News.at

Bei der Erdbestattung wird der bzw. die Tote in einem Grab oder einer Gruft auf einem Friedhof beigesetzt. Dafür wird die verstorbene Person in einen Sarg gebettet und anschließend am Friedhof bestattet. Für das Grab fallen zusätzlich zu den Bestattungskosten noch Gebühren für die Grabnutzung und -pflege an. Friedhöfe werden zumeist von der Gemeinde oder einer anerkannten Kirche beziehungsweise Religionsgemeinschaft betrieben. Verstorbene dürfen in Österreich frühestens 48 Stunden nach dem Tod in einem Grab beigesetzt werden.

Erdbestattung
Vorteile Nachteile
fester Ort der Bestattung, den Angehörige besuchen können höhere Bestattungskosten
zusätzliche Kosten für Friedhofsgebühren (Grabnutzung, Grabpflege etc.)
Platzmangel auf Friedhöfen

Bei der Feuerbestattung werden die sterblichen Überreste von Verstorbenen zu Asche verbrannt. Anschließend wird die Asche meistens in einer Urne aufbewahrt, die wiederum in einem Grab auf einem Friedhofsgelände bestattet werden kann.

Bestattung
© Elke Mayr Urnenbestattung
Feuerbestattung
Vorteile Nachteile
geringere Bestattungskosten (bzw. geringere zusätzliche Kosten) wenn Bestattung klassisch am Friedhof erfolgt: zusätzliche Kosten für Friedhofsgebühren (Grabnutzung, Grabpflege etc.)
Urne kann mit nachhause genommen werden
eine Urnenbestattung beansprucht weniger Platz
Möglichkeit von alternativen Bestattungsarten wie einer Diamantbestattung

Aufgrund der Vorteile wie den geringeren Kosten, ist die Feuerbestattung in Österreich zunehmend auf dem Vormarsch. Außerdem bietet die Feuerbestattung nicht nur die Möglichkeit einer klassischen Urnenbestattung, sondern umfasst auch alternative Bestattungsformen:

  • Waldbestattung oder Baumbestattung: die Asche des Verstorbenen wird in einer biologisch abbaubaren Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt, wobei man beispielsweise zwischen einem Einzelbaum oder einem Familienbaum wählen kann.
  • Seebestattung: Die sterblichen Überreste in Form von Asche werden hier auf See verstreut. Mögliche Orte sind unter anderem die Donau, die Ost- und Nordsee oder das Mittelmeer. In der Regel hält der jeweilige Schiffskapitän eine Trauerrede. Angehörige können auf Wunsch eine Urkunde über die Koordinaten des Bestattungsortes erhalten.
  • Andere Sonderformen: Bei der Diamantbestattung wird ein Teil der Asche des Verstorbenen in der Schweiz oder in Deutschland (in Österreich ist dieser Vorgang noch nicht erlaubt) in die Diamantform gebracht. Dazu wird aus rund 500 Gramm der Asche der amorphe Kohlenstoff entnommen und unter hohem Druck (rund 50. bis 60.000 bar) und hoher Temperatur (rund 1.200 bis 1.700 Grad Celsius) zu einem Diamanten gepresst. Eine weitere Sonderform ist die Weltraumbestattung: Ein geringer Teil der Asche (1 bis 7 Gramm) wird in eine Metallkapsel gefüllt. Mehrere dieser Kapseln werden sodann mittels Rakete ins Weltall geschossen (die Asche verglüht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre). Es ist sogar eine Landung der Rakete am Mond möglich.

Im Ausland gibt es noch die Variante der Luftbestattung, wobei die Asche der Verstorbenen dabei mithilfe eines Luftfahrzeuges (Flugzeug, Hubschrauber, Heißluftballon etc.) in der Luft verstreut wird. In Österreich ist diese Art der Bestattung nicht möglich.

Für welche Bestattungsart man sich letztendlich entscheidet, kann mit dem Bestattungsunternehmen geklärt werden. Diese beraten über unterschiedliche Optionen. Sonderbestattungsformen sind dann erlaubt, wenn es keine Bedenken seitens der Gesundheitsbehörde beziehungsweise der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat gibt. Zu Bedenken kann es etwa bei meldepflichtigen übertragbaren Krankheiten kommen. Das eigenhändige Verstreuen der Asche ohne Genehmigung ist in Österreich untersagt.

Ist eine Bestattung auf dem eigenen Grundstück erlaubt?

Im Allgemeinen ist eine Bestattung auf dem eigenen Grundstück in Österreich möglich. Allerdings wird "das von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich geregelt und benötigt zumeist eine Sondergenehmigung", sagt die Pressesprecherin des Bestattungsunternehmens "Himmelblau Bestattung".

Auch hier gilt, dass seitens der Gesundheitsbehörde bzw. der Gemeinde oder des Magistrats keine Bedenken bestehen dürfen, um diese Form der Bestattung zu ermöglichen.

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Was kostet die Beisetzung?

Die Bestattungskosten variieren je nach Art der Beisetzung und hängen stark von den Wünschen rund um die Trauerfeier ab. Höhere Bestattungskosten können beispielsweise bei einer Diamantbestattung anfallen, je nach Schliff, Karat und Anzahl der Steine.

Im Durchschnitt liegen die Kosten einer Bestattung in Österreich zwischen 4.500 bis 10.000 Euro - inklusive Abholung, Versorgung, Friedhofskosten, Floristik, Steinmetz, Trauerredner etc., teilt die Pressesprecherin von "Himmelblau Bestattung" mit. Begräbniskosten setzen sich aus Eigenleistungen des Bestattungsunternehmens wie Abholung, Sarg, Urne oder Organisation der Trauerfeier und aus Fremdkosten wie beispielsweise Gebühren von Krankenhaus oder Friedhof zusammen.

Fremdkosten können mitunter sogar rund die Hälfte der Begräbnissumme ausmachen. Bei Angeboten muss daher auf die Vollständigkeit geachtet werden, wenn man sie miteinander vergleicht, lautet der Tipp von "Himmelblau Bestattung".

Wer bezahlt in der Regel?

In der Regel wird die Bestattung von nahen Angehörigen wie Ehepartner:innen, Geschwistern, Kindern oder von der verstorbenen Person selbst bezahlt, wenn letztere entsprechende Vorsorge getroffen hat.

Was, wenn man sich das Begräbnis nicht leisten kann?

Es gibt Fälle, in denen weder die Angehörigen für die Beisetzung aufkommen können noch das Vermögen der verstorbenen Person ausreicht. Dann findet laut Finanzministerium eine sogenannte Armenbestattung oder Sozialbestattung statt. Die Kosten werden unter diesen Umständen grundsätzlich vom Land oder der Gemeinde übernommen. Näheres dazu ist in den Bestattungsgesetzen der Bundesländer festgelegt.

Wenn zum Zeitpunkt der Bestattung keine liquiden Mittel vorhanden sind, aber im Zuge der Abhandlung des Nachlasses Vermögen vorhanden ist, kann die Rechnung auch an den Nachlass gestellt werden, erklärt die Pressesprecherin von "Himmelblau Bestattung". Sollte das nicht reichen, übernimmt zum Beispiel in Wien die MA 15 (Gesundheitsdienst) die Kosten für eine Sozialbestattung. "Bestattung Himmelblau sucht hier immer nach Lösungen für den Kunden, zum Beispiel mit kostengünstigen Angeboten wie Zellulose-Sarg bei Kremation, Aufbewahrung der Urne zuhause oder eine anonyme Naturbestattung", sagt die Pressesprecherin.

Wie kann man vorsorgen?

Bestattungsvorsorge spielt in Österreich ebenfalls eine Rolle. Einerseits bieten viele Bestattungsunternehmen eine Vorsorge an und andererseits gibt es Versicherung für den Sterbefall an.

Wie sinnvoll eine Bestattungsvorsorge ist, hängt von der jeweiligen finanziellen Situation ab. Wer Angehörige finanziell entlasten will oder sicher gehen möchte, dass die Kosten für die gewünschte Beisetzung gedeckt sind, für den ist die Vorsorge eine Möglichkeit, dies selbstbestimmt zu gewährleisten.

Unter anderem bietet der "Wiener Verein" eine Versicherung für den Sterbefall an. Dabei arbeitet die Bestattungs- und Versicherungsserviceges.m.b.H. eng mit Bestattungsunternehmen zusammen, organisieren die Trauerfeier und versprechen auf der Homepage eine Abdeckung sämtlicher Bestattungskosten, wenn die Versicherungssumme "gut gewählt" ist. Auch Sonderbestattungen sind möglich. Entscheidet man sich für eine Versicherung, so handelt es sich dabei meist um eine monatliche Vorsorgeform.

Bestattungsinstitute bieten eine andere Form der Vorsorge an: Zum Beispiel können Interessierte die Begräbniskosten bei der "Bestattung Himmelblau" in einem Vorsorgedepot hinterlegen. "Da gibt es keine versteckten Spesen und Gebühren und die hinterlegte Summe steht zum Zeitpunkt der Bestattung sofort zu 100% für diese zur Verfügung", erklärt die Pressesprecherin des Unternehmens. Als Alternative empfiehlt sie eine Versicherung, wobei sie hier zu bedenken gibt, dass "mit Abzug von Gebühren zu rechnen ist".

Wie wählt man ein geeignetes Bestattungsinstitut aus?

In Österreich gibt es zahlreiche unterschiedliche Bestattungsinstitute, selbst regional gibt es zumeist eine gute Auswahl an Unternehmen. Doch wie findet man den/die Bestatter:in seines Vertrauens?

Zunächst einmal sollte man wissen, dass man das Bestattungsunternehmen unabhängig vom Wohnort frei wählen darf. Um die Wahl einfacher zu machen, macht es Sinn, die Wunschliste mit dem Angebot zu vergleichen. Nicht jedes Unternehmen bietet beispielsweise eine Diamantbestattung an.

Ansonsten gibt es einige Kriterien, die bei der Wahl eines Bestattungsinstituts ausschlaggebend sind:

  • kostenlose, unverbindliche, vollständige (keine versteckten Gebühren) Kostenvoranschläge (Beratung inklusive Kostenvoranschlag sollte kostenlos sein)
  • persönlicher Eindruck im direkten Gespräch beim Bestattungsunternehmen vor Ort
  • gute Erreichbarkeit (viele bieten eine telefonische Erreichbarkeit von 24 h am Tag an)
  • kompetente, erfahrene, empathische Mitarbeiter:innen (urteilsfreies Respektieren der Wünsche)
  • positive Bewertungen in diversen Online-Verzeichnissen
  • gute Mundpropaganda/Empfehlungen
  • Sympathie- und Vertrauensbasis müssen stimmen