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5 Wege zur besseren
Work-Life-Balance

Mit diesen Tipps gelingt der oft schwierige Balanceakt

Leben - 5 Wege zur besseren
Work-Life-Balance © Bild: © Corbis. All Rights Reserved.

Lange Arbeitszeiten, Stress und Überstunden - die Balance zwischen Berufs- und Privatleben ist oft nicht leicht zu finden. Laut dem Ende 2015 veröffentlichten Arbeitsklima Index kommen mehr als ein Viertel aller Beschäftigten auf über 40 Stunden pro Woche. Darunter leiden sowohl die Work-Life-Balance als auch die Gesundheit.

Viele Jobsuchende wünschen sich vor allem eine sinnstiftende Arbeit und eine gute Work-Life-Balance, wie eine Umfrage von Penning Consulting ergeben hat. Doch wie erreicht man eine ausgewogene Mischung aus Arbeit und Freizeit am besten? Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen die Work-Life-Balance zu verbessern.

Grenzen setzen zwischen Büro und zu Hause

Es ist wichtig, die Grenzen zwischen Büro und dem eigenen Zuhause klar zu setzen. Wenn man nach Hause kommt, soll man abschalten können, empfehlen Experten.

Julianne Miles, Mitbegründerin der Coaching-Agentur "Women Returners" hat gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian" auch empfohlen, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt zuerst einmal aus der "Arbeitskleidung" zu schlüpfen und sich ein paar Minuten Zeit zu nehmen, um die Arbeit mental hinter sich zu lassen. Dabei können entspannende oder soziale Tätigkeiten, wie zum Beispiel Musikhören oder mit Freunden sprechen, helfen. Außerdem sie es laut Miles auch hilfreich, das Smartphone und den (Arbeits-)Laptop ab einer bestimmten Uhrzeit abzudrehen, um den Abend ohne Stress ausklingen zu lassen und später gut schlafen zu können.

Homeoffice ist nicht immer förderlich

Britische Forscher haben davor gewarnt, dass flexibles Arbeiten krank machen kann. Das berühmte Homeoffice oder Abrufen von E-Mails in der Freizeit beziehungsweise zuhause fördert den Stresslevel. Und wenn der Chef die ständige Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeiten verlangt? Die gesetzliche Regelung (Arbeitszeitgesetz) besagt, dass zu ständiger Bereitschaft niemand gezwungen werden kann. Verlangt die Firma vertraglich, dass die E-Mails auch außerhalb des Büros gecheckt werden müssen oder der Arbeitnehmer telefonisch erreichbar sein muss, dann muss das auch (vertraglich) vereinbart werden. Allerdings hat diese Zeit nicht als Freizeit, sondern als Arbeitszeit zu gelten.

Geist und Körper

Ein sportlicher Ausgleich tut immer gut, egal welchen Beruf man ausübt. Vor allem Bürojobs können zwar geistig auslaugen, aber körperlich sind die Arbeitnehmer kaum bis gar nicht gefordert. Sport setzt bekanntlich Endorphine frei und das sorgt wiederum für ein Glücksgefühl, innere Ausgeglichenheit und hilft dabei den Arbeitsstress abzubauen. Es gibt sogar Studien, die belegen, dass Sport gegen Depressionen helfen kann. Außerdem beugt man mit gezielten Übungen den berüchtigten Rücken- und Nackenschmerzen vor. Die Ausrede "Ich habe keine Zeit" ist nicht zulässig, denn schon 15 Minuten tägliche Bewegung können etwas bewirken.

Arbeit delegieren und Zeit einteilen

Es gibt Kollegen, die Sie unterstützen, aber wenn man es selbst erledigt, geht alles doch viel schneller und besser? Falsch gedacht. Überstunden und lange Arbeitszeiten können auch daher rühren, dass Arbeitnehmer ihr Arbeitspensum nicht delegieren wollen. Wenn es sich anbietet oder sogar gewünscht ist, dass sich mehrere Kollegen eine Arbeit teilen, sollte das auch wahrgenommen werden. Allein den ganzen Berg an Aufgaben bewältigen zu wollen, kann die Work-Life-Balance empfindlich stören. Die Einteilung der Arbeitszeit ist dabei ebenfalls ein wesentlicher Punkt: Muss das Projekt beziehungsweise der Arbeitsauftrag wirklich noch am selben Tag fertig werden? Oder hat es auch bis morgen Zeit? Diesen Punkt sollte man erwägen, bevor man wieder einmal länger im Büro sitzt. Wenn die Priorität nicht hoch ist, darf man sich auch einmal trauen, "Nein" zu sagen.

Auf die innere Stimme hören

Schreit die innere Stimme wieder einmal nach Urlaub und Auszeit, sollte man unbedingt darauf hören. Dem drohenden Burnout beugt man am besten mit einer gesunden Work-Life-Balance vor. Und die Gesundheit der Arbeitnehmer sollte dem Vorgesetzten ebenso am Herzen liegen, denn Krankenstand kostet eine Firma viel Geld. Oberösterreichs AK-Präsident Johann Kalliauer hat erst im September 2015 gewarnt: "Schon jetzt arbeiten die Beschäftigten in Österreich zu lange. Das macht nicht nur unzufrieden und krank, sondern verschärft auch die prekäre Situation auf dem Arbeitsmarkt". Die AK fordert daher kürzere statt längere Arbeitszeiten - und das bei vollem Lohnausgleich.

Auf die innere Stimme zu hören ist natürlich leichter gesagt als getan in Zeiten von Überstunden, Personalkürzungen und Einsparungen. Die Devise lautet allerdings: Der Mensch ist keine Maschine. Erlauben Sie sich in der Arbeit statt 100 Prozent auch einmal nur 80 Prozent zu geben und den Stresslevel herunterzufahren. Ist einem alles zu viel, hilft auf jeden Fall ein Gespräch mit dem Chef. Es ist die Aufgabe des Vorgesetzten, die Aufgabengebiete klar abzustecken und auch zu regeln, wie viel Zeit der Arbeitnehmer für die einzelnen Aufgabenbereiche aufzuwenden hat. Muss ein Arbeitnehmer beispielsweise die Aufgabengebiete eines ehemaligen Kollegen übernehmen, gilt es zu erfragen, wie viel Zeit die neuen Abläufe in Anspruch nehmen und welche alten Aufgabengebiete dafür vielleicht weggelassen werden können.

Als letzter Ausweg bleibt immer noch die Option Jobwechsel. Hier gilt die Devise: Keine Angst vor dem Sprung ins Ungewisse.

Kommentare

DoubleDad

https://www.arbeiterkammer.at/beratung/ArbeitundGesundheit/psychischebelastungen/Stress_am_Arbeitsplatz_.html

die AK schlägt ja vor, (wenn's geht) den Arbeitgeber darauf aufmerksam zu machen. Das muss man sich aber auch trauen - habt ihr da schon Erfahrungen gemacht?

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