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"Tourismus ist kein Schönwetterthema", wies Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) auf die Bedeutung der Branche für Österreichs Wirtschaft hin. Ohne Tourismus würde in vielen Regionen das Licht ausgehen. Bedingt durch die Budgetlage könne man den Betrieben aber nicht mit Steuererleichterungen helfen und setze deshalb auf Vereinfachung und Entbürokratisierung, sagte NEOS-Staatssekretär Josef Schellhorn.
Rund eine Million Euro werde die Österreich Werbung im Rahmen der Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo ausgeben. Noch heuer werde weiters ein "ressortübergreifendes Übereinkommen zur noch gezielteren Nutzung von sportlichen und kulturellen Großveranstaltungen für touristisches Marketing" entwickelt, heißt es im Ministerratsvortrag.
Um ein attraktiver Tourismusstandort zu bleiben, brauche es entsprechende Fachkräfte. "Der Tourismus lebt von diesen Menschen, die ihn Tag für Tag tragen", meinte Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ). Erinnert wurde an den 2025 beschlossenen und mit jährlich 6,5 Mio. Euro dotierten Tourismusbeschäftigtenfonds sowie an die Erhöhung des Saisonkontingents. Der Fonds solle "gezielt Aus- und Weiterbildung sowie die Beschäftigungsqualität in der Branche" fördern, mit dem Ziel von mehr ganzjährlicher Beschäftigung und weniger saisonaler Arbeitslosigkeit, so Schumann.
Eine neue Kampagne soll zudem auf der bestehenden Initiative "Team Tourismus" aufsetzen und "das positive Berufsbild weiter stärken". Mitprofitieren soll die Tourismusbranche weiters von einer "noch zu erarbeitenden bundesweiten Fachkräftestrategie".
Entgegentreten will man auch dem Bild der Tourismusbranche als Inflationstreiber: So sei der Tourismus im Fall von ausländischen Gästen wirtschaftlich ein Dienstleistungsexport. Zusammen mit der Statistik Austria soll geprüft werden, ob die derzeitige "Abgrenzung und Gewichtung tourismusrelevanter Positionen in der Inflationsberechnung zeitgemäß und sachgerecht ist".
Auch rechtliche Vorgaben bei der Preisauszeichnung (v.a. zur Ortstaxe) sollen verständlicher geregelt werden. Zudem werde der Bund die Länder dabei unterstützen, die technischen Anforderungen der neuen EU-Verordnung zu Kurzzeitvermietungen umzusetzen. Anlaufen soll zudem das Weiterbildungsprogramm "NextGen4Austria", mit dem junge Menschen, die einen Betrieb übernehmen, gezielt qualifiziert werden sollen.
Deutliche Kritik kam am Mittwoch von der FPÖ, die mit Blick auf die Tourismusstrategie bis Sommer von einem "schlechten Witz" redete. "Was die Tourismusbranche braucht, sind echte Entbürokratisierung, Entlastung und eine Attraktivierung der Tourismusberufe durch eine bessere Ausrichtung des Bildungssystems", forderte FPÖ-Tourismussprecher Christoph Steiner in einer Aussendung.
Lob gab es von Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern. Für die WKÖ-Tourismus-Obfrau Susanne Kraus-Winkler sind die Ankündigungen "sehr erfreulich", sie mahnt aber Geschwindigkeit bei der Umsetzung ein. Ähnlich äußerte sich der ÖVP-Wirtschaftsbund. Die Junge Wirtschaft (JW) sieht mit "NextGen4Austria" eine eigene Forderung erfüllt.
Der Ministerrat am Mittwoch war der erste des Jahres 2026. Kommende Woche steht dann am Dienstag gleich eine Klausur der drei Regierungsspitzen - Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) - in Mauerbach an.
