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"Der Immobilienerwerb hat wieder deutlich an Fahrt aufgenommen", bekräftigte der stellvertretende WKÖ-Fachverbandsobmann und Berufsgruppensprecher der österreichischen Immobilienmakler, Mario Zoidl, am Dienstag mit Blick auf die 91.000 getätigten Transaktionen im abgelaufenen Jahr - 2024 waren es nur 83.500 gewesen, 2023 lediglich 78.000. Der Abstand zu den hohen Werten der Boomjahre 2020 und 2021 mit 120.000 bzw. 127.000 Transaktionen ist freilich groß.
Besonders stark gestiegen ist die Zahl der verkauften Wohnungen - mit einem Plus von knapp 21 Prozent, wie aus dem aktuellen Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) hervorgeht. Wohngebäude waren mit 9,1 Prozent im Plus. Beim Bauland hingegen verringerten sich die Transaktionen gegenüber dem Jahr davor um 3,66 Prozent. "Bauland ist grundsätzlich immer zu wenig vorhanden, in allen Bundesländern - in den urbanen Bereichen ist sehr, sehr wenig zu finden", so Zoidl. "Insgesamt ist die Entwicklung aber sehr positiv zu bewerten."
Die Preise für Eigentumswohnungen im Erstbezug erhöhten sich 2025 im bundesweiten Schnitt um 1,23 Prozent auf 3.603 Euro pro Quadratmeter und gebrauchte Wohnungen verteuerten sich um 1,82 Prozent auf 2.273 Euro. Ähnlich die Entwicklung bei den Hauspreisen: Reihenhäuser kosteten mit durchschnittlich 2.218 Euro pro Quadratmeter um 1,23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Einfamilienhäuser mit 2.453 Euro um 1,12 Prozent mehr.
"Die Preisentwicklung sehen wir als stabile Erholung - wir sehen keine größeren Preissprünge", betonte Zoidl. Die Nachfrage nach Bestandsimmobilien steige. "Das beginnt sich zunehmend in den Preisen widerzuspiegeln, das heißt, sie gehen nach oben."
Das gesamte Immobilien-Transaktionsvolumen in Österreich erhöhte sich 2025 mit einem Anstieg von 30 Prozent auf 9,75 Mrd. Euro wesentlich stärker als die Transaktionszahlen (plus 9 Prozent). "Der Markt ist selektiver geworden - das hochpreisige Segment ist wieder zurückgekommen", erläuterte der Geschäftsführer des Datenlieferanten zt: datenforum, Dieter Leitner. 2024 war das Gesamtvolumen um 17 Prozent auf 7,5 Mrd. Euro gestiegen, 2023 war es noch um 46 Prozent auf 6,39 Mrd. Euro eingebrochen.
Bei den Mieten für neuwertige Wohnungen (Einheiten, für die die Mietzinsobergrenzen gemäß Mietrechtsgesetz nicht gelten, Anm.) gab es österreichweit eine Erhöhung um durchschnittlich 2 Prozent auf 9,49 Euro pro Quadratmeter. "Man sieht, das ist deutlich unter der Inflation und auch deutlich unter den letzten Lohnindexanpassungen", so Leitner. Das größere Problem seien die Betriebskosten, die Bewirtschaftungskosten einer Liegenschaft, ergänzte Oberndorfer. "Das ist in erster Linie das Problem, dass Wohnen nicht leistbar ist", meinte er.
Insgesamt hätten sich die österreichischen Immobilien 2025 "stabil und gesund entwickelt", fasste der Branchensprecher zusammen. "Diese Stabilität ist aber kein Selbstläufer." Das Angebot werde mittelfristig nicht ausreichen, um die Nachfrage abzudecken. Es bestehe die Gefahr, dass sich das rasch umkehrt, meinte er unter Verweis auf steigende Nachfrage und steigende Preise. "Ein Sanierungs- und Neubauturbo ist notwendig, um die Leistbarkeit von Wohnungen langfristig zu sichern", forderte der Branchensprecher entsprechende politische und rechtliche Rahmenbedingungen.






