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Gespräche über Alternativen für Ardo-Tiefkühlproduktion

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Verhandlungen über Ersatz für Ardo-Tiefkühlgemüseproduktion
©APA, HARALD SCHNEIDER, Themenbild
Rund um die geplante Werksschließung des Iglo-Zulieferers Ardo in Groß-Enzersdorf in Niederösterreich laufen weiterhin Gespräche über Lösungen zum Erhalt der heimischen Tiefkühlgemüseproduktion. "Wir werden alles tun, um hier eine Alternative zu schaffen", sagte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) am Montag vor Journalisten in Wieselburg (Bezirk Scheibbs). VP-Landesvize Stephan Pernkopf sprach von "einer Handvoll" ernst zu nehmender Investoren bzw. Interessenten.

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Einerseits gehe es darum, was bestehende Unternehmen zusätzlich verarbeiten könnten, alternativ stehe zur Diskussion, "etwas neu auf die Beine zu stellen", sagte Pernkopf: "Das wird in den nächsten Wochen geprüft." Details nannte er auf Nachfrage nicht, weil mit den Gesprächspartnern Verschwiegenheit vereinbart worden sei. "Wir wollen eine österreichische Produktion im Sinne der Versorgungssicherheit aufrechterhalten", betonte der LH-Stellvertreter. Interessenten würden diverse Förderschienen offenstehen.

"Es geht um die Bäuerinnen und Bauern, um die Beschäftigten, die Region und die Versorgungssicherheit", erklärte Totschnig. Der Selbstversorgungsgrad bei Gemüse liege derzeit bei 57 Prozent, sei also "ausbaufähig". Das Marchfeld habe "für uns eine Riesenbedeutung". Dem Konzern gehe es aber darum, seine bestehenden Werke im Ausland besser auszulasten. Die Anlagen sollen von Groß-Enzersdorf an andere Standorte innerhalb des Unternehmens transferiert werden.

Auf das Ansuchen der Politik, die Produktion noch eine Zeit lang aufrechtzuerhalten, sei das Unternehmen nicht eingegangen, stattdessen nehme man drohende Millionen-Rückzahlungen über die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG) in Kauf, sagte Pernkopf. Österreichisches Tiefkühl-Blattgemüse wie Spinat sei voraussichtlich maximal bis Oktober 2027 verfügbar.

Erneut wurde nicht mit Kritik an Ardo gespart: Pernkopf ortete eine "Kampfansage" gegen Österreich, die Konsumenten, Arbeitnehmer, Bauern und die Versorgungssicherheit. Der Plan des Unternehmens, heimische Ware gegen ausländische zu ersetzen, "darf und wird nicht funktionieren", zeigte sich der Landesvize überzeugt. Es brauche einen "rot-weiß-roten Schulterschluss", bekräftigte Pernkopf. Von Ardo gebe es "keinerlei Entgegenkommen", "hier wird einfach eine Entscheidung durchgezogen", meinte Totschnig.

Nachdem das Unternehmen trotz angebotener Unterstützung der Politik an Schließungsplänen festhielt, haben der Gemüseverarbeiter efko und der Familienbetrieb Schneider's Gemüseland Gespräche über mögliche Ersatzlösungen bestätigt. Der Chef des Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzerns Agrana, Stephan Büttner, brachte das ehemalige Zuckerfabrik-Areal in Leopoldsdorf als möglichen neuen Standort aufs Tapet. Eine Online-Petition zum Erhalt der Produktion von Marchfelder Tiefkühlgemüse verzeichnete am Montag bereits rund 100.000 Unterstützer.

Ende September hatte die belgische Ardo-Gruppe bekanntgegeben, ihr Werk in Groß-Enzersdorf Ende August 2027 zu schließen. An dem Standort im Bezirk Gänserndorf wird beispielsweise für Iglo und die Tiefkühl-Eigenmarken von Billa, Hofer und Spar produziert. Von der Schließung betroffen sind 190 Beschäftigte, für die ein Sozialplan erarbeitet wird. Die nächste Verhandlungsrunde soll am Freitag stattfinden, die Gewerkschaft sieht nach dem ersten Angebot Nachbesserungsbedarf. Weiters sind 50 Leiharbeitskräfte betroffen. Ardo hat 2025 in Niederösterreich eigenen Angaben zufolge die Erzeugnisse von rund 270 Bauern verarbeitet. Die ETG, die für das Unternehmen produziert, hat 500 Mitgliedsbetriebe.

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