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Nach der Absatz- und Umsatzspitze während der Pandemie legte der Umsatz 2025 den Angaben zufolge erstmals seit vier Jahren wieder zu. 2022 waren 506.000 Fahrräder an den Handel gegangen und dabei Verkaufserlöse von fast 1,4 Mrd. Euro erzielt worden - die höchsten Werte des Zeitraums 2016 bis 2025. Die Preise quer über alle Fahrradkategorien bewegten sich im abgelaufenen Jahr im Schnitt auf dem Niveau von 2023.
Die Verkaufszahlen hätten einen Markt gezeigt, der sich "nach herausfordernden Jahren stabilisiert und in mehreren Kategorien deutliche Wachstumsimpulse setzt", berichteten der Verband (VSSÖ), der die heimische Sportartikelbranche - Industrie und Handel - als Interessenvertretung unter einem Dach vereint, und die ARGE Fahrrad als Vertretung der heimischen Hersteller am Dienstag. Der Umsatz sei mit über 1 Mrd. Euro auf hohem Niveau geblieben.
Umsatztreiber waren die E-Bikes: Mit 867 Mio. Euro stellten die Verkäufe im abgelaufenen Jahr 79 Prozent des Gesamtumsatzes. Am gesamten Absatz hielten sie mit rund 222.730 verkauften Stück einen stabilen Anteil von rund 57 Prozent - und waren damit stärker präsent als in Deutschland (53 Prozent) und in der Schweiz (41 Prozent).
Weiters steige die Radnutzung - sportlich ebenso wie im Alltag. Das sei an deutlichen Zuwächsen in einzelnen Fahrradkategorien wie Gravel-Bikes, E-Bikes sowie Kinderfahrrädern sichtbar.
Trotz des verspäteten Frühlingswetters habe der Markt im abgelaufenen Jahr "rasch an Dynamik gewonnen" - vor allem in den "Trendkategorien". Der Absatz von Gravel-Bikes habe sich gegenüber dem Jahr davor um gut 48 Prozent auf rund 29.000 Stück erhöht - im generell verkaufsstarken Jahr 2022 war der Absatz von fast 5.700 auf gut 11.700 nach oben gegangen. Die Zahl der Gravel-Events nehme zu - und damit auch das Interesse an spezifischer Bekleidung und Accessoires. "Gravel entwickelt sich zunehmend zum Lifestylefaktor", so die Branchenvertretung.
Bei den Kinder- und Jugendfahrrädern gab es ein Plus von 9 Prozent auf rund 64.000 Stück, wobei jene bis 20 Zoll sogar um 16 Prozent auf 37.000 Stück zulegten. Eltern legten dem Verband zufolge zunehmend Wert auf Qualität und zahlten pro Rad im Schnitt rund 476 Euro (auf UVP-Basis, ohne eventuelle Rabatte im Handel).
Das mache sich insbesondere rund um das Ostergeschäft, der "traditionellen Hochsaison für Kinderfahrräder", positiv bemerkbar. Rund um Ostern verkauft der heimische Sport- und Fahrradfachhandel 60 bis 70 Prozent der Kinderfahrräder. 2024 hatten sie im Schnitt in etwa gleich viel gekostet (480 Euro), 2023 aber noch mehr (518 Euro).
Der unverbindliche Verkaufspreis (UVP) quer über alle Fahrradkategorien erhöhte sich 2025 gegenüber dem Jahr davor im Schnitt von 2.669 Euro auf 2.821 Euro und lag damit gleichauf mit 2023 (2.820 Euro). Dabei verringerte sich der Durchschnittspreis für nicht-elektrische Fahrräder im Jahresabstand geringfügig von 1.404 (2024) auf 1.385 Euro - das war aber deutlich weniger als 2023 (1.924 Euro). E-Bikes verteuerten sich im abgelaufenen Jahr von im Schnitt von 3.618 (2024) Euro auf 3.891 Euro und kosteten damit jedoch ebenfalls weniger als 2023 (4.056 Euro).
Der Verkauf von Trekking- und SUV-E-Bikes beschleunigte sich im abgelaufenen Jahr um rund 18 Prozent auf 100.000 Stück. Deutlich zugelegt hat weiters der Absatz von Rennrädern mit einem Anstieg von 17,6 Prozent auf rund 17.000 Stück sowie von Urban- und Fitnessrädern mit elektrisch plus 18,7 Prozent (elektrisch) und plus 26,9 Prozent (nicht-elektrisch) auf insgesamt etwa 1.000 Stück.
Für einzelne Händler sei der Markt 2025 dennoch herausfordernd gewesen - die Dynamik variierte regional und betrieblich, hielt der VSSÖ fest. Doch 2025 hätten nur noch punktuell Abverkaufsmaßnahmen stattgefunden.
Das habe zu einer "deutlichen Entspannung der Restlagersituation am Markt" geführt. Weiters zeige sich eine klare strukturelle Entwicklung hin zu Qualität, Service und professioneller Werkstattkompetenz.
Gleichzeitig wurde dem Verband zufolge sichtbar, wie unmittelbar politische Entscheidungen und Rahmenbedingungen den Absatz beeinflussten. Die Rückgänge bei (E-)Lastenrädern (minus 5 Prozent auf rund 7.000 Stück) und bei E-Falträdern (minus 25 Prozent auf etwa 3.000 Stück) stünden in direktem Zusammenhang mit reduzierten oder verspätet gestarteten Förderprogrammen.
Besonders klar sei der politische Einfluss weiters beim Leasen von Diensträdern. Eine überdurchschnittliche Nutzung und damit steigende Verkäufe gebe es in Bundesländern wie Vorarlberg und Wien, in denen frühzeitig die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen worden seien.
Mit "verlässlichen Förderstrukturen" und einer konsequent ausgebauten Radinfrastruktur ließe sich das Potenzial für die Mobilitätswende noch deutlich besser ausschöpfen, so die Branchenvertreter.





