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Eisenbahner eröffnen Herbstlohnrunde

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Bahn-KV gilt für 55.000 Beschäftigte in 98 Eisenbahnunternehmen
©APA, HARALD SCHNEIDER, Themenbild
Die Herbstlohnrunde wird am Montagnachmittag von den Eisenbahnern und nicht wie traditionell von den Metallern eröffnet, weil sich die Sozialpartner im Vorjahr auf einen zweijährigen "Krisenabschluss" für die Metallbranche geeinigt haben. Der Eisenbahn-Kollektivvertrag gilt für 55.000 Beschäftigte in insgesamt 98 österreichischen Eisenbahnunternehmen. Im Vorfeld hat die Gewerkschaft vida eine Inflationsabgeltung und ein Reallohnplus gefordert.

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"Wer etwas leistet, muss anständig bezahlt werden", sagte vida-Chef Roman Hebenstreit im Vorfeld der Bahn-KV-Verhandlungen. vida-Fachbereichsvorsitzender Gerhard Tauchner fordert am Montag im Ö1-"Morgenjournal" im Hinblick auf die KV-Runde längere Ruhezeiten in der Bahnbranche. Man wolle einen "maßvollen Abschluss", sagte Arbeitgeber-Vertreter Thomas Scheiber im ORF-Radio. Auch wenn die Metallbranche heuer nicht verhandelt, kann der Metaller-Zweijahresabschluss für den Wifo-Ökonom Benjamin Bittschi ein Signal für die Herbstlohnrunde sein. Die KV-Löhne in der Metallindustrie steigen 2026/27 um 2,1 Prozent, die Ist-Löhne um 1,9 Prozent - bei einer durchschnittlichen Inflation der vergangenen zwölf Monate (September 2025 bis August 2026) von 3,3 Prozent.

Neben den Eisenbahnern beginnt die vida demnächst auch in den Branchen Handel (Arbeiter), Bus, Lkw und Bewachung mit der Herbstlohnrunde. Als Basis für das Feilschen um mehr Lohn und Gehalt gilt im heurigen Herbst die rollierende Inflation der vergangenen zwölf Monate von über drei Prozent. Bei den Handelsarbeitern lagen die KV-Abschlüsse in den vergangenen zwei Jahren unter der rollierenden Inflation. "Diese Krisenabschlüsse haben die Lebensmittel nicht billiger, aber die Beschäftigten ärmer gemacht", kritisierte Hebenstreit zuletzt.

In vielen Branchen, die im Herbst einen neuen Kollektivvertrag verhandeln, konnte das Lohnplus seit 2019 laut Momentum Institut nicht mit der Teuerung mithalten. Am stärksten würden die Löhne der Teuerung bei den Eisenbahnern hinterherhinken mit einem Kaufkraftverlust von 1,8 Prozent, gefolgt von der IT mit 1,6 Prozent und dem Handel mit 1,3 Prozent, geht aus Berechnungen des gewerkschaftsnahen Instituts hervor. Handwerk und Gewerbe hätten nur einen leichten Realeinkommensverlust von 0,3 Prozent verzeichnet. Ein leichtes Reallohnplus habe es in der Güterbeförderung (Lkw, Kleintransporte) mit 0,3 Prozent gegeben.

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