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DB Cargo streicht fast die Hälfte der Stellen

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Der neue Chef der krisengeplagten deutschen Bahn-Frachtsparte DB Cargo hält eine Sanierung ohne massiven Stellenabbau nicht für möglich. Um zu überleben, brauche es eine branchenübliche Profitabilität, wovon DB Cargo weit entfernt sei, sagte der langjährige Thyssenkrupp-Manager Bernhard Osburg am Donnerstag in Berlin zu Journalisten. DB Cargo soll Ende des Jahrzehnts noch 8.000 Stellen haben. Das entspricht einem Abbau von rund 6.000 Arbeitsplätzen.

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Somit sollen 40 Prozent der derzeit 14.000 Jobs wegfallen, bestätigte Osburg einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Die deutsche Eisenbahngewerkschaft EVG kündigte Widerstand an. DB Cargo soll aber auch wachsen. Osburg sieht hier vor allem Chancen im europäischen Ausland.

In Deutschland werden täglich etwa eine Million Tonnen Güter auf der Schiene transportiert. DB Cargo ist der Marktführer, die Wettbewerber kommen aber zusammen bereits auf einen Marktanteil von etwa 60 Prozent. Während DB Cargo seit Jahren defizitär ist, haben private Anbieter oft eine Rendite von 2 bis 3 Prozent - trotz widriger Bedingungen mit einem überlasteten und dringend sanierungsbedürftigen Schienennetz in Deutschland.

Cargo habe zu hohe Kosten, erläuterte Osburg. "Das ist der Abstand zum Wettbewerb", sagte er mit Blick auf den geplanten Stellenabbau. Das Geschäft mit Kunden aus der Automobil-, Stahl- und Chemiebranche sei deutlich geschrumpft, das Personal aber nicht angepasst worden. Am Donnerstag sollen die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern beginnen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden. Betroffene Personen sollen nach Möglichkeit im Bahn-Konzern mit seinen insgesamt 220.000 Stellen einen anderen Job finden.

EVG-Vizechefin Cosima Ingenschay sagte, einig seien sich beide Seiten, dass Cargo effizienter werden müsse und wachsen könne. "Über den Weg sind wir uns aber nicht einig. Bevor ein großer Arbeitsplatzabbau startet, erwarten wir, dass jeder Stein umgedreht und jede Maßnahme zur Steigerung der Effizienz geprüft wird." Es werde sehr harte Verhandlungen geben. "Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen."

Auf Druck der EU-Kommission, die übermäßige staatliche Subventionen verhindern will, ist DB Cargo verpflichtet, bis Ende 2026 profitabel zu werden. Denn der Mutterkonzern darf die Verluste der Tochter nicht mehr ausgleichen. Notfalls droht eine Abwicklung. Die Beratungsgesellschaft Oliver Wyman hatte im Herbst das bisherige Sanierungskonzept als nicht ausreichend eingestuft und damit maßgeblich zum Rauswurf der damaligen Cargo-Chefin Sigrid Nikutta beigetragen.

Osburg sagte, 2026 werde das entscheidende Jahr und ein Kraftakt. Die Maßnahmen zur Sanierung müssten schnell umgesetzt werden. Gelinge dies, habe das Unternehmen eine Zukunft. Der Spartenchef plant im Gesamtjahr mit einem Nettogewinn im zweistelligen Millionenbereich. Dies soll ohne größere Sondereffekte erreicht werden. Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. Im operativen Geschäft sei im zweiten Halbjahr 2025 aber ein Betriebsgewinn angefallen. Im ersten Halbjahr 2025 hatte es noch ein operatives Minus (EBIT) von 96 Mio. Euro gegeben. Die Frachtsparte der Bahn transportierte im ersten Halbjahr 2025 um 10 Prozent weniger Güter, der Umsatz sank um 9 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro.

Neben dem Personalabbau will Osburg DB Cargo vor allem effizienter machen. Zwölf kleinere Standorte, an denen Güterloks repariert und gewartet werden, sollen wegfallen. Der Fokus liegt dann auf größeren Werken. Mit Kunden aus der Automobilbranche sieht Osburg Wachstumschancen im Ausland, vor allem rund um neue Werke in Südosteuropa. Im Stahlbereich gebe es Möglichkeiten mit stärkeren Importen aus China - rund um die großen Häfen wie Rotterdam. Der Vertrieb von DB Cargo soll europäischer ausgerichtet werden.

Osburg plant auch einen größeren Umbau des sogenannten Einzelwagenverkehrs, der für die Stahlbranche besonders wichtig ist, aber hohe Fixkosten verursacht. In dem defizitären Bereich werden einzelne Güterwaggons bei Firmenkunden abgeholt und auf Rangierbahnhöfen zu Zügen zusammengestellt. Hier soll es künftig nur noch 4.500 Stellen statt bisher 7.000 geben.

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