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US-Konzerne hängen europäische Unternehmen bei Forschungsausgaben ab

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++ ARCHIVBILD ++ KI-Boom als zentraler Treiber dieser Entwicklung
©APA, dpa, Sebastian Gollnow
Der Abstand zwischen US-Konzernen und europäischen Unternehmen bei Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Laut einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens EY steigerten US-Unternehmen ihre F&E-Budgets 2025 um 11 Prozent, europäische hingegen nur um fünf Prozent. Allein die großen US-Technologiekonzerne Alphabet, Apple, Microsoft, Amazon und Meta erhöhten ihre F&E-Investitionen um 21 Prozent auf fast 46 Mrd. Euro.

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Gunther Reimoser von EY Österreich sieht im KI-Boom einen zentralen Treiber dieser Entwicklung. "Insbesondere der Aufschwung im Bereich der Künstlichen Intelligenz führt dazu, dass Technologieunternehmen ihre Forschungsausgaben kontinuierlich auf neue Rekordwerte schrauben. Weder das derzeit verhaltene globale Wirtschaftswachstum noch erhöhte geopolitische Risiken haben diese Entwicklung bislang signifikant beeinträchtigt."

Auch beim Anteil der Forschungsausgaben am Umsatz liegen US-Konzerne mit 9,2 Prozent deutlich vor europäischen Unternehmen (6,7 Prozent) und asiatischen Konzernen (4,7 Prozent). Von den zehn größten F&E-Investoren weltweit haben sieben ihren Sitz in den USA, zwei in Europa und einer in Asien. Der deutsche Autobauer Volkswagen ist wie 2024 der größte F&E-Investor Europas und belegt im globalen Ranking erneut den siebenten Rang, gefolgt vom Schweizer Pharmakonzern Roche auf Platz 8.

"Europäische Top-Unternehmen verzeichnen seit mehreren Jahren eine schwächere Entwicklung im Vergleich zu ihrem Mitbewerb aus Asien und den USA", so Reimoser. Als Ursachen nennt er geopolitische Faktoren, insbesondere den Krieg in der Ukraine, hohe Energiepreise sowie wirtschaftliche Unsicherheit. Auch im Ranking spiegelt sich die Entwicklung wider: Die Zahl europäischer Unternehmen unter den Top-500 F&E-Investoren sank von 132 auf 126, während die Zahl der US-Konzerne mit 147 stabil blieb und jene asiatischer Unternehmen von 215 auf 220 stieg.

Für die Studie wurden den Angaben zufolge die 500 börsennotierten Unternehmen mit den weltweit größten F&E-Budgets analysiert.

ARCHIV - 11.01.2019, Baden-Württemberg, Stuttgart: ILLUSTRATION - Tasten einer beleuchteten Tastatur. (Aufnahme mit Zoomeffekt). (zu dpa: «KI-Boom treibt Taiwans Wirtschaft») Foto: Sebastian Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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