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Zielverfehlungen würden im Nationalbericht kaschiert, schrieb die NGO, Österreichs Naturschutzpolitik wurde als "eine Dauerbaustelle" bezeichnet. Lediglich 2,9 Prozent der Landesfläche sei derzeit streng geschützt - weit entfernt von dem zehn Prozent-Ziel. "Die Regierung spricht von 'vollständig' umgesetzten Maßnahmen gegen Verschwendung, gleichzeitig verursacht Österreich pro Kopf den meisten Siedlungsabfall in der EU. Wer naturschädliche Subventionen mit Milliarden füttert, beim Zubetonieren zuschaut und eine Regulierung nach der anderen torpediert oder abbaut, verspielt fahrlässig unsere Zukunft", fasste Ursula Bittner, Biodiversitätsexpertin bei Greenpeace Österreich, die Kritik zusammen.
Laut Greenpeace herrscht in Österreich ein ungebremster Flächenfraß: Zwischen 2022 und 2025 wurden täglich durchschnittlich 6,5 Hektar Natur verbaut - mehr als das Zweieinhalbfache des Regierungsziels von 2,5 Hektar. Und mit dem Auslaufen befristeter EU-Mittel verbleiben im heimischen Biodiversitätsfonds ab 2026 nur noch fünf Millionen Euro pro Jahr. Stattdessen fließen jährlich bis zu 5,7 Milliarden Euro an klimaschädlichen Subventionen. Mit 782 Kilogramm Siedlungsabfall pro Kopf belege Österreich dafür den EU-Spitzenplatz - der Nationalbericht sage hingegen, alle nötigen Politikinstrumente bereits "vollständig" eingeführt zu haben.
Österreich treibe sowohl im eigenen Land als auch im EU-Kontext den Abbau ökologischer Standards und Kontrollen voran, aber nicht nur Österreich, auch die EU verfehle ihre Naturschutzziele, was das Resultat einer "beispiellosen Deregulierungswelle" sei: Statt die Vorgaben des globalen Biodiversitätsrahmens umzusetzen, untergräbt die EU-Kommission ihre eigenen Verpflichtungen. Beim Pestizidrisiko drohen nach dem Aus für verbindliche Reduktionsziele nun unbefristete Zulassungen für 49 Wirkstoffe wie Glyphosat. Weiter kritisierte die NGO das abgeschwächte Lieferkettengesetz, wie auch die EU-Agrarpolitik, wo Brüssel unter dem Deckmantel der "Vereinfachung" die ökologischen Mindeststandards demontiere.
