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Mit einer Geschwindigkeit von 1.178 Kilometern pro Sekunde sei es auch der schnellste Sonnensturm im gesamten derzeitigen Sonnenzyklus gewesen, der über die Erde fegte, so Möstls erste Informationen noch aus der Nacht. Bei dem Event dürfte es sich allerdings nicht um den stärksten geomagnetischen Sturm des aktuellen Sonnenzyklus gehandelt haben, was mit der Orientierung des Magnetfelds im Kern des Sturms zu tun hatte.
Auch Erwin Filimon, Obmann des Astronomischen Arbeitskreises Salzkammergut und der Sternwarte Gahberg, schilderte gegenüber der APA begeistert und detailliert den Ablauf der Aurora borealis: Gegen 21.30 Uhr sei das erste rote Polarlicht im Norden zu sehen gewesen, noch relativ horizontnah und strukturlos. "Von etwa 22.00 Uhr an war auch ein strukturloses grünes Polarlicht horizontnahe erkennbar, das sich laufend verstärkte. Gegen 22.15 Uhr war das Polarlicht bis in etwa in die Höhe des Polarsternes zu sehen. Ab 22.13 Uhr gab es auffällige horizontale helle grün-gelbe Polarlichtbänder im Grenzbereich des roten und grünen Polarlichts. Diese grünen Polarlichtbänder wurden immer heller und größer und wanderten auch immer höher in den Bereich der roten Polarlichterstreifen. Gegen 23 Uhr wurden aus den Bändern grüne Flecken teilweise mit streifiger Struktur. Kurz nach 23.00 Uhr waren die grünen Flecken verschwunden. Die roten Polarlichtstreifen wurden heller, bis etwa 23.20 Uhr, dann begannen die roten Streifen zu verblassen", so Filimon. Schließlich habe es nur mehr einen roten Himmel ohne besondere Strukturen gegeben, der langsam an Intensität verlor, ehe es vor 2.00 Uhr noch einmal ein kurzes Aufflackern des roten Polarlichtes gegeben habe.
Polarlichter sind ein Ergebnis der Aktivität der Sonne, die in einem etwa elfjährigen Zyklus schwankt. Der momentane Zyklus hat 2024 sein Maximum mit relativ vielen Sonneneruptionen erreicht und befindet sich nun in der abklingenden Phase. Auch in dieser können sich bei koronalen Massenauswürfen sehr viele geladene Partikel mit großer Geschwindigkeit von der Sonnenoberfläche lösen. Trifft dann dieser geomagnetische Sturm auf das Magnetfeld der Erde, hat das mitunter spürbare Auswirkungen. Dabei können nicht nur eindrucksvolle Polarlichter entstehen, sondern auch Satellitensysteme - etwa zur Positionsbestimmung auf der Erde - oder Rundfunksignale erheblich gestört und auch Stromnetze beeinträchtigt werden.
(S E R V I C E - Österreichisches Space Weather Portal: https://swap.geosphere.at/index.php/at/ ; Austrian Space Weather Office: https://helioforecast.space/ )
WARTBERG OB DER AIST - ÖSTERREICH: FOTO: APA/TEAM FOTOKERSCHI.AT / SCHARTNER
