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Geschmacklich orientieren sich die Erzeugnisse ohne Fleisch unter anderem an Klassikern wie Extra- oder Pikantwurst sowie Mortadella. Ihr Preis reicht von 87 Cent bis zu 3,11 Euro je hundert Gramm. Die Testerinnen und Tester analysierten den Veggie-Aufschnitt am letzten Tag der Mindesthaltbarkeit im Labor, bis dahin wurde er ordnungsgemäß gelagert. Fünf Produkte wiesen zu diesem Zeitpunkt noch sehr gute Qualität auf. Bei einem Aufschnitt wurde eine leicht klebrige Schnittfläche moniert, er galt insgesamt als einwandfrei.
In den drei wertgeminderten Proben wurden zwar hohe Gesamtkeimzahlen, aber keine krankheitserregenden Keime nachgewiesen. Der Test zeige, dass man vor dem Verzehr die eigenen Sinne einsetzen sollte. Denn auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht erreicht ist, können säuerlicher Geruch oder Geschmack auf ein nicht mehr einwandfreies Lebensmittel hinweisen. Nach dem Öffnen sollte der Aufschnitt möglichst zeitnah verbraucht werden, rät die AK. Vegetarische und vegane Wurstalternativen aus Erbsen- oder Sonnenblumenprotein seien nicht automatisch gesünder, weil sie wie ihre tierischen Pendants viel Salz enthalten - aber meist weniger gesättigte Fettsäuren, insgesamt weniger Fett und oft auch weniger Kalorien.
Der Versuch, Textur, Geschmack und Farbe von Fleisch nachzuahmen, schlägt sich in einer langen Liste von Zusatzstoffen nieder. Acht Produkte enthalten Verdickungsmittel bzw. Stabilisatoren, je zwei Farbstoffe, Säureregulatoren oder Konservierungs- und Festigungsmittel. Bei fünf Artikeln stehen Antioxidationsmittel auf der Liste, bei einem Geschmacksverstärker. Lediglich eine vegane Mortadella war frei von Zusatzstoffen. Darüber hinaus enthalten sieben Produkte Aromen, zwei davon auch Raucharoma, das in der EU bald verboten sein wird, da es potenziell gesundheitsschädliche Stoffe enthalten kann.
Nicht jede Veggie-Wurst ist automatisch reich an Eiweiß. Bei sechs Kostproben stammten mindestens zwölf Prozent der Energie aus Protein, sie gelten damit als Proteinquelle. Eine Wurst im Test liefert sogar über 20 Prozent der Energie aus Protein, sodass sie mit einem "hohen Proteingehalt" werben darf, erklärten die Konsumentenschützer.
