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Tracker zeigt Stand der "Entbürokratisierungsoffensive"

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Lehrer sollen vom Papierkram entlastet werden
©APA/APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER
Auf der Internetseite des Bildungsministeriums kann man ab sofort per "Freiraum-Tracker" den aktuellen Stand der "Entbürokratisierungsoffensive" abfragen, die Ressortchef Christoph Wiederkehr (NEOS) den Schulen versprochen hat. Das Ministerium hatte unter dem Titel "Freiraum Schule" 19.000 Vorschläge von Praktikerinnen und Praktikern aus Schule, Lehrerausbildung und Verwaltung gesammelt und auf Machbarkeit geprüft. Sechs Maßnahmen sind laut Tracker schon umgesetzt.

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Dazu gehört der Auflistung zufolge die neue App "Teachers.direct", mit der man laut Aussendung vom Donnerstag Anträge und Meldungen rasch und unkompliziert erledigen kann. Ebenfalls schon abgehakt: Kopien von Zeugnissen müssen ab sofort nicht mehr ausgedruckt und 60 Jahre lang archiviert werden. Sprachstandstestungen müssen bei Kindern und Jugendlichen mit Deutschförderbedarf nur noch einmal pro Jahr verpflichtend durchgeführt werden und auch bei den Schüler-Kompetenzerhebungen iKMPlus wurde laut Ministerium die "Papierflut" reduziert.

30 weitere Maßnahmen sind laut Tracker bereits "in Umsetzung", als Zeithorizont werden dabei je nach Maßnahme die nächsten Monate (Ausbau der Schulpsychologie, Neuregelung des Suspendierungsverfahrens) bis Ende 2027 angegeben. Weitere 23 Maßnahmen - von Erleichterungen bei Dienstreisen bis zu KI in der Schulverwaltung oder einheitliche Regeln für den Umgang mit Schummeln bei Abschlussprüfungen - haben den Status "in Planung".

Durch "Rückmeldeschleifen" will das Ministerium sicherstellen, dass die Schulen durch die Maßnahmen auch wirklich weniger Verwaltungsaufwand haben. Der Tracker, für den laut Ministerium keine zusätzlichen Kosten angefallen sind, soll regelmäßig aktualisiert werden. Er wolle, dass die "Ideengeber" aus dem Beteiligungsprozess wissen, wie es mit ihren Ideen und Vorschlägen weitergehe, betonte Wiederkehr. Manche Maßnahmen würden noch Zeit brauchen. "Aber mein Versprechen ist: Wir prüfen jede Idee und setzen um, was sinnvoll ist."

Die Lehrergewerkschaft hatte die Versprechungen des Ministers bei der Entbürokratisierung zuletzt in Zweifel gezogen. Die Streichung von 80 Prozent der Ministeriumserlässe mit Beginn des Schuljahrs etwa habe keine Entlastung gebracht, dafür aber in einigen Fällen Rechtsunsicherheit. Ein Teil sei deshalb wieder in Kraft gesetzt worden. Mit der versprochenen Autonomie bei der Deutschförderung wurde laut dem obersten Lehrervertreter Paul Kimberger (FCG) durch die diversen Konzepte, die von Schulen mit alternativem Fördermodell verlangt werden, sogar ein neues "Bürokratiemonster" geschaffen.

Service: https://freiraumschule.bmb.gv.at

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