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Ob ein Organ zu einem Empfänger passe oder nicht, sei bisher "im Wesentlichen aufgrund weniger Daten und Laborparameter" entschieden worden, erläuterte Brandacher, der als Co-Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie der Medizinischen Universität und der tirol kliniken fungiert. "Die KI kann uns nunmehr dabei unterstützen, bei Organen weitere Muster zu erkennen", meinte der Experte. Mittlerweile stünden nämlich "tausende und hunderttausende Daten zur Verfügung, wie etwa genetische Marker oder Stoffwechseldaten." Diese Vielzahl an Informationen sei für Menschen "kaum verarbeitbar oder gar bewertbar", hielt er fest.
Auch beim Aufbau einer Art von "cloudbasiertem System" könne die KI behilflich sein, so Brandacher weiters. "Auf ein solches könnten schließlich alle Transplantationszentren sämtliche Daten zu einem Organ gebündelt abrufen", sagte der Top-Mediziner. Das wiederum bedeute, dass "das jeweils beste Organ dem jeweils passenden Patienten zugeteilt wird", skizzierte Brandacher künftige Möglichkeiten, die die "Organzuteilung grundlegend verändern" würden. Das wiederum führe dazu, dass zu Unrecht verworfene Organe doch noch ihren passenden Patienten fänden.
Abseits von Künstlicher Intelligenz sei es jedenfalls grundsätzlich so, dass die Gründe für das Verwerfen von Organen ihre Ursache in "unzureichendem Wissen über das jeweilige Organ" lägen, schloss Stefan Schneeberger, Direktor der Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie der Medizinischen Universität und der tirol kliniken, an Brandacher an.
"Oftmals sieht ein Organ einfach optisch nicht gut aus oder die Daten vom Spender deuten darauf hin, dass es nicht geeignet ist", führte er aus. Mittlerweile ließe sich eine solche Bewertung aber schon präziser vornehmen. "Das ist vor allem durch eine längere Konservierungszeit möglich", betonte Schneeberger. Oftmals ließen sich so einfache "Schäden reparieren" und das Organ, wie etwa Niere oder Leber, doch noch entsprechend verpflanzen statt verwerfen.
Anlass der Pressekonferenz war übrigens die mit Mittwoch beginnende Jahrestagung der "Austrotransplant" der Österreichischen Gesellschaft für Transplantation, Transfusion und Genetik. Unter dem Motto "Developing Dialogue - Pioneering Practice - Reaching the Full Potential" wird vom 14. bis 16. Oktober über neue Ansätze in der Organkonservierung oder etwa dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Transplantationschirurgie diskutiert.
