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Tiroler MCI: Verantwortliche drängen auf baldige Lösung bei Sanierung

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Wichtigster Punkt ist die Finanzierung
©APA, GINDL, Barbara Gindl
Nach der Absage des Neubaus und dem Beschluss zur Sanierung bestehender Standorte des Management Center Innsbruck (MCI) durch die schwarz-rote Landesregierung im März haben die Verantwortlichen der Hochschule am Montag weiter die Wichtigkeit einer baldigen Lösung betont. MCI-Aufsichtsratsvorsitzender Oswald Wolkenstein bezeichnete insbesondere den Umfang und die Finanzierung der Sanierung als zentrale Punkte. MCI-Rektor Andreas Altmann verwies indes auf die Raumnot.

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Laut dem Grundsatzbeschluss der Landesregierung und einer Vereinbarung zwischen dem Land und dem MCI-Trägerverein soll das Angebot von 3.400 Studienplätzen ab dem Studienjahr 2028/2029 sichergestellt werden. Zudem sollen dann 15.300 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche zur Verfügung stehen. Die insgesamt sechs Träger sind neben dem Land Tirol als maßgeblichem Partner im Trägerverein und der Stadt Innsbruck auch die Wirtschafts- und Arbeiterkammer Tirol, die Industriellenvereinigung Tirol sowie die Universität Innsbruck.

Konkret würde das Erdgeschoss des "MCI I" in der Universitätsstraße angemietet und ausgebaut und im "MCI II" im benachbarten Hotel "Grauer Bär" mit dem Vermieter Gespräche über die Sanierung der angemieteten Flächen geführt. Zudem soll der Standort an der Villa Blanka bestehen bleiben, während am "MCI IV" an der ehemaligen Hauptpost der Eigentümer die Sanierung in die Hand nimmt und dafür vom MCI zusätzliche Flächen im Bestandsgebäude angemietet werden. Zudem soll an dem Standort ein Erweiterungsbau umgesetzt werden.

Wolkenstein betonte im Rahmen einer Pressekonferenz am Montag, dass die Weiterentwicklung des MCI jedenfalls ein wesentliches Anliegen des Aufsichtsrats bleibe. Die insgesamt sechs Trägerorganisationen seien bemüht, an der Entwicklung des MCI weiterzuarbeiten. Dabei müssten vor allem zwei Fragen geklärt werden: "Das ist einmal die Frage der Sanierung", sagte er und verwies auf die Wichtigkeit einer Definition der erforderlichen Maßnahmen. Man könne nämlich alles sanieren, auch "eine tausend Jahre alte Burg". "Da bleibt aber immer noch die Heizung übrig", betonte er.

Der zweite und wichtigste Punkt sei indes die Finanzierung. Es könne nicht sein, "dass man diese Aufgabe einzig und allein einer Träger-Einrichtung übergibt". Vielmehr brauche es eine gemeinsame Lösung der beteiligten Institutionen. Die budgetären Rahmenbedingungen müssten dabei berücksichtigt werden. Das Thema werde den Aufsichtsrat beim Treffen der Trägerorganisationen am Donnerstag sowie in den kommenden Wochen und Monaten weiter beschäftigen, erklärte Wolkenstein.

MCI-Rektor Altmann verwies unterdessen auf die weiterhin angespannte räumliche Situation der Hochschule. Besonders am Standort der ehemaligen Hauptpost bestehe zusätzlicher Flächenbedarf. "Wir bespielen dort derzeit rund 8.000 Quadratmeter, aber unter extrem drückenden und prekären Verhältnissen", betonte er. Das MCI benötige jedenfalls mehrere tausend Quadratmeter zusätzlich an diesem Standort.

"Das MCI genießt in ganz Europa einen hervorragenden Ruf", erklärte der Rektor auf eine Frage zu möglichen Auswirkungen auf das Ansehen der Hochschule der jahrelangen Diskussionen über den zunächst geplanten und schließlich abgesagten Neubau. Die Diskussionen nehme man international zwar wenig wahr und dennoch sei es sehr schwer zu beantworten, ob das MCI einen Reputationsverlust erlitten habe. Bei den Bewerbungszahlen seien bisher jedenfalls keine negativen Auswirkungen erkennbar gewesen. "Wir haben einen deutlichen 'Brain-Gain', also einen Gewinn an jungen, top ausgebildeten Leuten aus dem Ausland, die stärker hierbleiben, als umgekehrt vom Inland ins Ausland abwandern würden", betonte Altmann.

"Wenn das Thema offiziell an uns herangetragen wird, dann werden wir uns mit dem Thema auch inhaltlich befassen", erklärte der Rektor angesprochen auf eine mögliche Verbindung mit der privaten Tiroler Landesuniversität für Gesundheit UMIT in Hall. Wenn "irgendeine Verantwortung für die UMIT übernommen werden sollte", könne man sich damit auseinandersetzen. Stand jetzt gebe es aber weder eine offizielle Anfrage oder Beratungen dahingehend und zudem sei dies von der Frage des Standorts "zu trennen", betonte Altmann. Die UMIT verfüge über rund 7.000 Quadratmeter Nutzfläche. Allein angesichts der Größenverhältnisse sei eine Verlagerung keine geeignete Lösung, sagte der MCI-Rektor.

Der ursprünglich neben dem Innsbrucker Hofgarten vorgesehene Neubau hatte die Tiroler Landespolitik seit 2008 beschäftigt. Nach mehrfachen Verzögerungen und Kostensteigerungen kam es dann Ende 2024 zu einem finalen Paukenschlag: Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) sagte das Projekt aus budgetären Gründen endgültig ab. Zuletzt waren geschätzte Kosten von mehr als 250 Mio. Euro im Raum gestanden. Die Absage Mattles verbunden mit der stattdessen vorgesehenen Sanierung wurde teils scharf kritisiert - sowohl durch die Führung des MCI als auch die Landes-Opposition. Verwiesen wurde auch auf weiterhin offene Kosten- und Finanzierungsfragen.

Unmittelbarer Anlass der Pressekonferenz am Montag war die Präsentation einer vom MCI-Aufsichtsrat in Auftrag gegebenen Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria. Die jährlichen kurz- und langfristigen Wertschöpfungseffekte der Hochschule in Tirol würden sich auf bis zu 120 Mio. Euro belaufen, berichtete EcoAustria-Direktorin Monika Köppl-Turyna. Davon entfielen rund 30 Mio. Euro auf kurzfristige wirtschaftliche Effekte durch den laufenden Betrieb sowie Konsumausgaben von den rund 3.500 Studierenden sowie von Beschäftigten, erklärte Studienleiter Wolfgang Schwarzbauer. Weitere rund 90 Mio. Euro seien auf langfristige Effekte durch die Ausbildung von Fachkräften zurückzuführen. Zudem würden laut der Studie rund 92 Prozent der öffentlichen Finanzierung des MCI in Höhe von etwa 50 Mio. Euro über Steuern und Abgaben an den Staat zurückfließen. Von den jährlich rund 540 Bachelorabsolventen blieben außerdem etwa 300 in Tirol, sagte Schwarzbauer.

++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema Kredit / Schulden / Finanzierung am Montag, 27. April 2020.

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