von
April Armstrong von der Medizinischen Fakultät der Universität von Kalifornien in Los Angeles und ihre Co-Autoren haben in einer klinischen Studie den Effekt einer ambulanten Versorgung von 300 Patienten mit atopischer Dermatitis im mittleren Alter von knapp 35 Jahren durch Hautärzte im ambulanten Setting oder mit telemedizinischem Kontakt untersucht. Die Kinder und Erwachsenen wurden per Zufallsprinzip einer der beiden Gruppen zugeteilt.
Rund 15 bis 20 Prozent der Kinder und zwei bis zehn Prozent der Erwachsenen leiden weltweit an Neurodermitis. Die chronische Hauterkrankung macht vor allem wegen des Juckreizes, der trockenen, geröteten (entzündeten) und verkrusteten Hautareale Probleme. Die Symptome tauchen oft in Schüben auf. Eine intensive Hautpflege und medizinische Begleitung mit - in schweren Fällen - oft intensiver medikamentöser Behandlung sind erforderlich. Wegen des chronischen Verlaufs bedeutet das oft auch häufige Arztbesuche.
"Bietet ein internetbasiertes, teamorientiertes Gesundheitsmodell bei Erwachsenen und Kindern mit atopischer Dermatitis (AD) gleichwertige Verbesserungen wie die persönliche Betreuung?", lautete gemäß den Autoren die Grundfrage der wissenschaftlichen Untersuchung (JAMA Dermatology; doi:10.1001/jamadermatol.2026.1959).
Dazu wurden zwischen August 2019 und Mai 2024 exakt 300 Patienten in die Studie aufgenommen. Sie kamen aus acht Ambulanzen von dermatologischen Kliniken im US-Bundesstaat Kalifornien. 149 wurden der telemedizinischen Gruppe zugeordnet, 151 bekamen die Routineversorgung mit persönlichen Arzt-Patienten-Kontakten. Nach einem Jahr wurden die Veränderungen im sogenannten EASI-Index, der die Schwere des chronischen Ekzems bestimmt, bestimmt. Hinzu kamen alle drei Monate Untersuchungen zur Bestimmung des Schweregrades und der persönlichen Belastung der Betroffenen.
Für die telemedizinische Versorgung waren ein Internetzugang und eine digitale Kamera notwendig, mit der regelmäßig Bilder von Hautarealen gemacht wurden. Per Online-Zugang wurden dann von Dermatologen die Berichte der Patienten asynchron, also erst in der Folge der Übermittlung, überprüft, die Fotos begutachtet und Empfehlungen für das weitere Handeln abgegeben.
Das Hauptergebnis: Nach einem Jahr gab es de facto keinen Unterschied zwischen den beiden Betreuungsarten im EASI-Index (0 bis 72 Punkte). Das galt aber auch für die anderen beiden verwendeten Begutachtungsmethoden. Die Wissenschafter: "In dieser randomisierten (per Zufall erfolgte Zuteilung von Patienten zu Vergleichsgruppen; Anm.) klinischen Studie führte das Online-Modell zu gleichwertigen Verbesserungen der AD-Symptome wie die persönliche Betreuung. Telemedizinische Modelle können sich als wirksame Instrumente für das Management chronischer Erkrankungen wie AD erweisen."
ARCHIV - 09.10.2012, Nordrhein-Westfalen, Köln: ILLUSTRATION - Ein Arzt trägt ein Stethoskop um den Hals. (zu dpa: «Hausärzte warnen: Versorgung gerät zunehmend unter Druck») Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
