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Das Projekt mit dem Titel "Bruits de couloir" ("Stimmen aus dem Korridor") wurde von Wissenschaftern der Sorbonne-Universität und der Universität Québec in Montréal in Zusammenarbeit mit dem Archäologischen Park von Pompeji entwickelt. Ziel ist eine umfassende Neubewertung der zahlreichen Graffiti, die sich in diesem stark frequentierten Durchgang erhalten haben.
Die Untersuchungen fanden in zwei Kampagnen in den Jahren 2022 und 2025 statt. Durch einen interdisziplinären Ansatz, der Epigraphik, Archäologie, Philologie und digitale Methoden kombiniert, konnten die Forscher die Inschriften neu lesen und interpretieren. Die Ergebnisse zeichnen ein lebendiges Bild vom Alltag, den Gefühlen und der Sprache der Menschen im antiken Pompeji.
"Technologie ist der Schlüssel, der uns neue Räume der antiken Welt öffnet - und diese Räume müssen wir auch dem Publikum vermitteln", sagte der Direktor des Archäologischen Parks von Pompeji, Gabriel Zuchtriegel. Derzeit arbeite man an einem Projekt zum Schutz und zur Aufwertung der mehr als 10.000 Inschriften in Pompeji. Dabei handle es sich um ein außergewöhnlich umfangreiches Kulturerbe. Nur der Einsatz moderner Technologien könne sicherstellen, dass diese Zeugnisse des alltäglichen Lebens in Pompeji auch künftig erhalten bleiben.
Die angewandte Methodik basiert auf einem virtuellen Raster, das räumliche und thematische Zusammenhänge zwischen den Inschriften dokumentiert. Zudem werden die Wände des Korridors mithilfe der sogenannten Reflectance Transformation Imaging (RTI) analysiert, einer computergestützten Fototechnik, bei der ein Objekt unter unterschiedlichen Lichtwinkeln aufgenommen wird.
Die antike Stadt Pompeji lag am Fuß des Vesuv. Bei Ausbrüchen im Jahr 79 nach Christus hatten Asche, Schlamm und Lava die Siedlungen unter sich begraben und die Stadt teilweise konserviert. Im 18. Jahrhundert wurde Pompeji wiederentdeckt. Die Ausgrabungsstätte, die immer wieder sensationelle Funde zutage bringt, gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Italien.
POMPEJI (POMPEI) - ITALIEN: FOTO: APA/Archäologischer Park von Pompeji/SV_POMPEII





