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"Die Rechnung ist einfach: 15,5 statt 16,5 Milliarden Euro, dazu rund 100 Millionen Euro pro Jahr an Ärztegehältern, die die Universitäten künftig selbst tragen sollen, zusätzlich zur Inflation", rechnet man für das derzeit im Raum stehende Budget für 2028 bis 2030 vor. "Für die MedUni Wien heißt das um rund 14 Prozent geringeres Budget. An der Universität, deren Mittel fast vollständig (rund 90 Prozent) in Personal fließt, bedeutet das: rund 200 ärztliche Stellen am AKH sowie weitere 500 Stellen im vorklinischen Bereich und der Verwaltung sind nicht mehr finanzierbar."
Als Folge stellen die Personalvertreter längere Wartezeiten bei Operationen und Ambulanzbesuchen im AKH, die Sperre von Abteilungen sowie Einschnitte beim 24-Stunden-Betrieb in den Raum. Journaldienste wie etwa Nacht- und Feiertags-Präsenzdienste sowie die Arbeit über die gesetzliche Normalarbeitszeit hinaus seien am AKH nur auf Basis einer Betriebsvereinbarung möglich, die wiederum an eine ausfinanzierte Personalstruktur gebunden sei. Die Medizin-Uni Wien stellt derzeit rund 1.800 Ärztinnen und Ärzte für das AKH. Das ist das gesamte ärztliche Personal des Krankenhauses.
An der Akademie der Bildenden Künste rechnen die Besetzerinnen und Besetzer laut dem Vorsitzenden der dortigen Hochschüler_innenschaft (ÖH), Ertuğrul Bayraktar, mit zunehmender Unterstützung für ihre Aktion: Es gebe diverse Angebote von Studierenden, man mache Werbung und sei auch in Kontakt mit anderen Unis, sagte er gegenüber der APA. Die Bundes-ÖH war vorab nicht eingebunden, wie man dort auf Anfrage betonte. "Unabhängig davon unterstützen wir die Protestaktionen ausdrücklich. Generell stehen wir solidarisch hinter den Aktionen der Hochschulvertretungen und Studierenden, die sich gegen die Budgetkürzungen an den Hochschulen richten und für eine ausreichende Finanzierung der Hochschulbildung einsetzen."
Ein Ende der Besetzung ist laut "Bildenden"-Hochschülerschaftsvorsitzendem Bayraktar nicht in Sicht: "Wir bleiben so lange, bis es eine Antwort der Regierung auf die Budgetkürzungen gibt." Gefordert wird ein Uni-Budget von 18 Mrd. Euro - das ist laut Universitätenkonferenz (uniko) jene Summe, die im kommenden Dreijahresbudget allein zur Abdeckung der Inflation nötig wäre. Andernfalls müsste das Angebot für die Studierenden zurückgefahren werden und die Studienbedingungen sich verschlechtern, so die Befürchtung. Gefordert wird außerdem, dass "Kinder aus nicht-privilegierten Haushalten und Arbeiter_ innenfamilien" mehr Chancen auf ein Studium bekommen. "Die Studiengebühren gehören abgeschafft, nicht erhöht."
Studierendenproteste und Besetzungen hat es an der "Bildenden" in der Vergangenheit immer wieder gegeben. 2009 waren Demos der Kunststudierenden gegen Änderungen von Studien Auslöser der "unibrennt"-Proteste, bei denen wochenlang das Audimax der Universität Wien und zahllose Uni-Hörsäle im ganzen Land besetzt wurden. Die damaligen Themen erinnern an die aktuellen Warnungen vor Budgetkürzungen: Unterfinanzierung der Unis, prekäre Bedingungen für Lehrende und schlechte Studienbedingungen. Von der Politik wurde der Protest damals ausgesessen. In den Jahren danach gab es wiederholt kurz- oder auch etwas längerfristige Hörsaalbesetzungen an den Unis, vor allem in Wien. Aktionen in mehreren Bundesländern gab es zuletzt vor vier Jahren, als Klimaaktivistinnen und -aktivisten der Gruppe "Erde brennt" schon Hörsäle in Wien, Salzburg und Innsbruck besetzten. Eine Breitenwirkung wie "unibrennt", die immerhin eine wochenlange Debatte über die Hochschule ausgelöst hat, erreichten sie aber nie.
