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Männer würden demnach von einer Reduktion der Normalarbeitszeit grundlegend mehr profitieren als Frauen, da Männer häufiger Vollzeit arbeiten, erläuterte Himmelbauer am Dienstag im Rahmen einer Diskussion des Diskurs-Wissenschaftsnetzes. "Eine allgemeine Arbeitszeitverkürzung führt nicht automatisch zu einer gerechteren oder gleicheren Aufteilung von Haus- und Betreuungsarbeiten zwischen Frauen und Männern", so die WU-Forscherin. Frauen nutzen die gewonnene Zeit häufig für zusätzliche unbezahlte Arbeit, zwar steigt also ihre verfügbare Zeit insgesamt, jedoch nicht ihre Freizeit.
Himmelbauer betonte, dass eine Arbeitszeitverkürzung dennoch eine wichtige Voraussetzung dafür sein könne, dass Männer mehr unbezahlte Arbeit übernehmen. Es seien jedoch weitere Maßnahmen notwendig: Traditionelle Geschlechterrollen müssten aufgebrochen, Elternteilzeit normalisiert und institutionell verankert werden. "Arbeitszeitverkürzung ist nicht die beste Methode, um Frauen zu entlasten", gab Himmelbauer zu bedenken. Vielmehr brauche es bessere Kinderbetreuungsmöglichkeiten und eine stärkere gesellschaftliche Unterstützung für Care-Arbeit.
Grundlegend sei die Zufriedenheit mit der Arbeitszeit hierzulande insgesamt auf einem "relativ hohem Niveau", erklärte Martin Oppenauer vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) auf Basis einer AK-Studie. Demnach sind sieben von zehn Österreicherinnen und Österreicher "relativ zufrieden" mit ihrem Stundenkontingent. Allerdings wären es vor 20 Jahren noch acht von zehn Personen gewesen, fügte Oppenauer hinzu.
Konkret wünschen sich heute 39 Prozent der Befragten weniger Stunden, 46 Prozent gleich viele Stunden und 13 Prozent mehr Stunden. "Seit dem Einsetzen der Pandemie ist der Wunsch nach einer Reduktion stetig stärker geworden", kommentierte Oppenauer. Dabei spielen nicht nur die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben eine Rolle, sondern auch berufliche Belastungen, etwa in der Pflege und Sozialwirtschaft. Unter Teilzeitbeschäftigten wünschen sich hingegen 33 Prozent mehr Stunden, da sie sich oft benachteiligt fühlen, etwa bei Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten.
Zudem konnten keine nennenswerten Unterschiede bei Arbeitszeitwünschen nach Altersgruppen festgestellt werden, betonte der IFES-Forscher: "Ressentiments gegenüber den Jungen - der Gen Z - würden sich nicht bestätigen." Der Generation Z wird oftmals vorgeworfen, weniger arbeiten zu wollen als andere Altersgruppen.
MÖRFELDEN-WALLDORF - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/Arne Dedert






