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Schlaganfall - Schneller und langsamer Puls als Risiko

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++ ARCHIVBILD ++ Studie ging über 14 Jahre hinweg
©APA, dpa, Daniel Vogl
Sowohl eine sehr niedrige als auch eine hohe Ruhepulsrate dürften ein vermehrtes Risiko für einen Schlaganfall bedeuten. Das ist das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftern des Imperial College London mit Daten von 460.000 Menschen über 14 Jahre hinweg, die jetzt bei der Jahreskonferenz der Europäischen Schlaganfallorganisation (ESOC) in Maastricht vorgestellt worden ist.

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"Das Schlaganfallrisiko war bei einer Ruheherzfrequenz von 60 bis 69 Schlägen pro Minute am niedrigsten, stieg aber mit beiden Werten nach unten bzw. nach oben - unter 50 Herzschläge pro Minute (bpm) oder eine Pulsfrequenz von mehr als 90 - stark an. Bei diesen Werten war das Schlaganfallrisiko bei Personen mit sehr niedriger Herzfrequenz um 25 Prozent und bei Personen mit sehr hoher Herzfrequenz um 45 Prozent größer. Wichtig ist, dass dieser Zusammenhang auch nach Berücksichtigung bekannter Schlaganfallrisikofaktoren bestehen blieb, was auf einen echten biologischen Zusammenhang hindeutet", schrieb die ESOC in einer Aussendung zu dem Kongress in den Niederlanden.

Bei der wissenschaftlichen Untersuchung handelte es sich um die bisher größte epidemiologische Studie dieser Art. Durchgeführt wurde sie von Wissenschaftern des Imperial College London. Die Daten aus der britischen Biobank stammten von 460.000 Teilnehmern über einen Zeitraum von durchschnittlich 14 Jahren, in dem 12.290 Schlaganfälle auftraten.

Sehr niedrige Herzfrequenzen waren vorwiegend mit ischämischen Schlaganfällen assoziiert. Das sind Schlaganfälle, die durch den Verschluss eines Gehirngefäßes durch einen Thrombus entstehen. "Dies stützt die Hypothese, dass sehr niedrige Herzfrequenzen durch eine Verlängerung der Entspannungsphase zwischen den Herzschlägen mit einer verminderten Durchblutung des Gehirns einhergehen könnten", hieß es in der Aussendung.

Im Gegensatz dazu waren erhöhte Herzfrequenzen sowohl mit ischämischen als auch mit hämorrhagischen Schlaganfällen (durch Blutungen im Gehirn) assoziiert. Sie könnten auf eine erhöhte Belastung der Blutgefäßwände hindeuten, die sowohl zu ischämischen Schäden als auch zu einer größeren Neigung zu Blutungen beitragen.

Alastair Webb, außerordentlicher Professor für Schlaganfallmedizin am Department für Neurowissenschaften des Imperial College London und Mitautor der Studie, kommentierte die Implikationen der Ergebnisse so: "Die Ruheherzfrequenz ist ein einfacher Wert, der bei der Beurteilung eines Herz-Kreislauf-Risikos mehr Beachtung verdient, insbesondere bei Menschen ohne Vorhofflimmern." Diese häufigste Herzrhythmusstörung gilt als wesentliches Gefährdungsmoment für Schlaganfälle, weil dabei Blutgerinnsel aus dem Herzen ins Gehirn gelangen können.

Weitere Forschung sei erforderlich, um zu verstehen, warum sowohl niedrige als auch hohe Herzfrequenzen mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergehen können und welche Auswirkungen dies auf die Behandlung hat, so der Experte. "Sehr niedrige oder sehr hohe Herzfrequenzen sollten jedoch für Ärzte ein Anlass sein, das individuelle Herz-Kreislauf-Risiko genauer zu betrachten und Maßnahmen zur Unterstützung von Lebensstiländerungen und Standardpräventionsstrategien zu ergreifen", stellte Webb fest.

Wichtig sei, dass der Zusammenhang zwischen Ruheherzfrequenz in der Gesamtbevölkerung auch nach Berücksichtigung etablierter Schlaganfallrisikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Vorhofflimmern bestehen blieb, was darauf hindeute, dass es sich um ein echtes biologisches Signal handle, hieß es weiter.

Bei getrennter Analyse der einzelnen Teilnehmer zeigte sich das Muster jedoch nur bei Personen ohne Vorhofflimmern. Bei Personen mit dieser Rhythmusstörung war der Zusammenhang nicht erkennbar. "Dies liegt wahrscheinlich daran, dass Vorhofflimmern ein so starker Risikofaktor für Schlaganfälle ist und das Risiko um etwa das Fünffache erhöht, dass es den Einfluss der Herzfrequenz überwiegt und unsere Fähigkeit einschränkt, deren Wirkung zu erkennen. Die Herzfrequenz war daher bei Menschen ohne Vorhofflimmern am aussagekräftigsten, da sie hier ein wertvolles zusätzliches Instrument zur Identifizierung und Risikobestimmung für Schlaganfälle darstellen kann", sagte Dexter Penn, Hauptautor der Untersuchung.

ARCHIV - 20.03.2024, Bayern, Schwarzenbach An Der Saale: Eine Medizinstipendiatin kontrolliert den Blutdruck und den Puls eines Patienten (gestellte Szene). (zu dpa: «Ministerium: Weiter großes Interesse an Landarztprämie») Foto: Daniel Vogl/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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