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Debatten um andere Herausforderungen setzen die Naturschutzpolitik unter Druck, sagte Carla Freund, IIASA-Expertin für Naturschutz jüngst bei einer von "Diskurs - Das Wissenschaftsnetz" organisierten Online-Pressekonferenz. Es gebe eine große Finanzierungslücke mit Blick auf den geschätzten Bedarf. Das nun abgeschlossene EU-Projekt will aufzeigen, wo Naturschutz das größte Nutzenpotenzial hat. Es biete Regierungen eine gemeinsame Basis für grenzüberschreitende Koordination statt isolierter nationaler Planung. Schon eine Ausweitung des Schutzes der europäischen Landfläche von derzeit 25 Prozent auf 30 Prozent nach dem im Projekt entwickelten "Bauplan" hätte deutliche Effekte, so IIASA-Forscher Martin Jung: Zum Beispiel würde "die Habitatsrepräsentation von 49 Prozent in den derzeitigen Schutzgebieten auf 69 Prozent steigen, die Artenrepräsentation von 33 auf 45 Prozent". Die Projekt-Tools könnten zudem genutzt werden, um etwa Kandidatengebiete für grenzüberschreitende Schutzgebiete zu bewerten, so IIASA-Wissenschafter Piero Visconti.
In Österreich stehen zwar bereits rund 29,6 Prozent der Landesfläche unter Schutz, an der Qualität des Schutzes mangele es jedoch, so die Experten. Es gebe mehrere Gebiete im Süden und Westen, die von zusätzlichem Schutz profitieren würden. Auch beim Ziel des strengen Schutzes liege man noch weit zurück. Insbesondere Moore, Bergwälder und Feuchtwälder im Tiefland würden von strengem Schutz profitieren.
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