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Österreichisches Register soll MS-Patienten helfen

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Real-World-Daten für bessere Individualisierung von Therapien
©APA (Gindl), APA, BARBARA GINDL
Laut der Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft leben in Österreich rund 13.500 Menschen mit der chronischen neurologischen Erkrankung. Die Behandlungsmöglichkeiten zur Verhinderung von akuten Schüben und der Verschlechterung der Einschränkungen der Betroffenen sind enorm gewachsen. Jetzt soll ein gesamtösterreichisches Register den Patienten helfen. Es geht um die Sicherstellung einer optimalen Therapie.

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Das Grundproblem, so Gabriel Bsteh von der Universitätsklinik für Neurologie der MedUni Wien und seine Co-Autoren vor kurzem in der Wiener klinischen Wochenschrift: "Multiple Sklerose (MS) wird mit verschiedenen krankheitsmodifizierenden Therapien (DMTs) behandelt, die sich in ihrer Wirksamkeit und ihren Risiken unterscheiden. Der Krankheitsverlauf variiert jedoch stark innerhalb und zwischen den Betroffenen."

Etwa ab 1995 kamen mit Beta-Interferonen die ersten Arzneimittel auf, welche akute Schübe der chronisch-entzündlichen Erkrankung des Zentralnervensystems verhindern konnten. Substanzen wie Glatirameracetat, verschiedene synthetische, immunologisch wirksame Substanzen sowie monoklonale Antikörper folgten. Mit ihnen lassen sich mittlerweile bei vielen Betroffenen akute Verschlechterungen weitgehend verhindern. Krankheitsschübe gehen oft mit sich summierenden körperlichen Behinderungen einher.

Doch bei der immer größer werdenden Zahl an wirksamen Arzneimitteln gegen die MS wird es auch zunehmend schwieriger, Vergleiche zu Effektivität und Nebenwirkungen herzustellen oder für die einzelnen Patienten die optimale Aufeinanderfolge verschiedener Behandlungsformen herauszufinden. Die Wissenschafter: "Das Definieren von optimalen Behandlungsstrategien mithilfe von randomisierten (Zuteilung zu Patientengruppen per Zufall; Anm.) Studien ist nicht praktikabel wegen der notwendigen Größe der Patientengruppen, der Kosten und der Länge der notwendigen Beobachtungsdauer."

Einen Ausweg können Patientenregister mit Real-World-Daten auf elektronischer Basis bieten. Genau das sollen die "Austrian MS Database" und eine "Austrian MS Cohort", also eine damit gebildete Patientengruppe unter regelmäßiger Beobachtung, bewerkstelligen helfen.

"Große multizentrische Register und prospektive (vorausschauende; Anm.) Beobachtungskohorten sind daher unerlässlich, erfordern jedoch eine harmonisierte, standardisierte und benutzerfreundliche Datenerfassung mit strenger Qualitätskontrolle und Datenschutz. (...) Dieses Projekt zielt darauf ab, eine standardisierte, landesweite MS-Datenerfassung in Österreich zu etablieren", schrieben die Experten (doi: 10.1007/s00508-025-02689-2).

Das Projekt besteht aus fünf Kernkomponenten: Harmonisierung der Datenerfassung in den österreichischen MS-Behandlungszentren, Schaffung einer Infrastruktur für den Datenaustausch, retrospektive harmonisierte Datenerfassung (Österreichische MS-Datenbank, AMSD), prospektive harmonisierte Datenerfassung (Österreichische MS-Kohorte, AMSC) und Analysen aus den gesammelten Daten. Das Projekt wurde von den Ethik-Kommissionen der MedUnis in Wien, Graz und Innsbruck genehmigt. Die Daten werden pseudonymisiert dokumentiert, der Zugriff ist streng geregelt. In dem Register fließen die Patientendaten, klinische Informationen, zusätzliche potenziell wichtige "paraklinische" Informationen wie Befunde aus Magnetresonanzuntersuchungen (MR) oder Augenhintergrunduntersuchungen (optische Kohärenztomografie/OTC), sowie die Daten über die erfolgte bzw. erfolgende Behandlung ein.

Die Auswertungen sollen möglichst vielen Betroffenen zugute kommen. Das Register und die Patienten-Kohorte würden "die evidenzbasierte Entwicklung prognostischer Biomarker, individualisierter Therapiestrategien und Folgebehandlungen auf Basis eines hochwertigen, populationsbasierten Datensatzes von über 8.000 MS-Patienten erleichtern", stellten die Autoren fest.

THEMENBILD - Illustration zum Thema "Pharmazie / Medikamente / Tabletten", aufgenommen am 7. Juli 2014 in Salzburg. Bild zeigt farbige Tabletten in einer Hand. FOTO: APA/BARBARA GINDL

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