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Krieg in Ukraine: Generation traumatisierter Kinder

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Kinder leiden sehr unter dem Krieg
©Afp, Vladyslav Musiienko, APA
Der von Russland ausgelöste Krieg in der Ukraine bringt dort eine Generation traumatisch belasteter Kinder und Jugendlicher mit sich. Dies gilt auch für Regionen abseits großer Kampfhandlungen, hat eine Untersuchung in der westukrainischen Stadt Ternopil mit mehr als 4.700 Schülern ergeben.

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Die wissenschaftliche Untersuchung, die jetzt in der Zeitschrift der American Academy of Child and Adolescent Psychiatry (JAACAP Open; doi: 10.1016/j.jaacop.2026.04.00) erschienen ist, wurde von Sanja Lestarevic Stojkov vom Institut für psychische Gesundheit in Belgrad und internationalen Co-Autoren durchgeführt. Unter ihnen befand sich auch Aala El-Khani vom UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNDOC) in Wien.

"Traumatische Kindheitserlebnisse sind wichtige Risikofaktoren für posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und andere psychische Erkrankungen. Der Krieg infolge der russischen Invasion in der Ukraine hat ukrainische Kinder direkten und indirekten kriegsbedingten Traumata ausgesetzt und die psychische Belastung ukrainischer Jugendlicher deutlich erhöht", schrieben die Wissenschafter.

Posttraumatische Belastungsstörungen - so die Autoren - fördern das Entstehen von weiteren psychischen Erkrankungen: Depressionen, Selbstverletzungshandlungen, Suizidversuche, Verhaltensstörungen und Drogenmissbrauch. Solche Erfahrungen der ukrainischen Jugend sind im Grunde schon weit mehr als ein Jahrzehnt alt.

Die Wissenschafter zu der Vorgeschichte ihrer Studie: "Zwei Jahre nach der Eskalation des Konflikts in der Ukraine im Jahr 2014 ergab eine schulbasierte Studie, dass alle Jugendlichen sowohl in der vom Krieg betroffenen Region Donezk als auch in der nicht betroffenen Region Kirowohrad mindestens ein kriegsbedingtes Ereignis erlebt hatten. In Donezk wurden rund 60 Prozent Zeugen bewaffneter Angriffe, 30 Prozent sahen, wie Zivilisten verletzt oder eingeschüchtert wurden, 28 Prozent wurden vertrieben, 14 Prozent wurden direkt Opfer von Gewalt. In Kirowohrad (Kropywnyzkyj; Anm.) war die direkte Konfrontation mit dem Konflikt selten (weniger als ein Prozent betroffen; Anm.) dennoch berichteten viele Jugendliche von Beeinträchtigungen wie dem Verlust sozialer Kontakte oder Anpassungsschwierigkeiten."

Für die neue Untersuchung wählten die Experten die Stadt Ternopil in der Westukraine (nördlich von Czernowitz) als Studienort, weitab des Geschehens an den Fronten. Alle Volksschulen in Ternopil wurden kontaktiert, Kinder und Jugendliche im Alter von sieben bis 17 Jahren wurden in die Studie aufgenommen, sofern die Erziehungsberechtigten der Teilnahme nicht widersprachen. Die jungen Probanden füllten den international in Wissenschaft und Klinik erprobten CRIES-8-Fragebogen aus (Child Revised Impact of Events Scale), der in der Erhebung schwerwiegender Traumata und ihrer psychischen Auswirkungen eingesetzt wird. Hinzu kamen demografische Daten der Kinder und Jugendlichen.

Die Wissenschafter über die Ergebnisse: "Insgesamt nahmen 4.753 Kinder und Jugendliche aus 26 Schulen im Alter von sieben bis 17 Jahren (Durchschnittsalter: elf Jahre) teil. 52,3 Prozent waren weiblich. Die Häufigkeit medizinisch-klinisch relevanter PTBS-Symptome (definiert als CRIES-8-Wert von 17 oder höher) lag in der Gesamtstichprobe bei 40,3 Prozent." Die höchsten Belastungswerte hätte es in der jüngsten Altersgruppe zwischen sieben und zehn Jahren gegeben.

Im Detail berichteten 36 Prozent der Schüler von signifikanten Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung, unter den Schülerinnen war das bei 44,2 Prozent der Fall. In der Altersgruppe der Sieben- bis Zehnjährigen wurde eine PTBS-Häufigkeit von 46 Prozent registriert, in der Altersgruppe der Elf- bis 13-Jährigen waren 36,9 Prozent betroffen, unter den Älteren (14 bis 17 Jahre) 35,1 Prozent.

Dies ist die Schlussfolgerung der Autoren über die Konsequenzen des Krieges in der Ukraine auf Kinder und Jugendliche auch abseits direkt massiv betroffener Regionen: "Die Studie zeigt eine hohe Prävalenz signifikanter posttraumatischer Belastungssymptome bei Kindern, die in Gebieten fernab von Konfliktzonen leben. Unsere Daten legen daher nahe, dass die Auswirkungen des Krieges in nicht direkt betroffenen Regionen erhebliche Folgen für die psychische Gesundheit junger Menschen haben können. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Methoden zum Schutz und zur Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in von Krieg betroffenen Ländern zu entwickeln und anzuwenden."

Boys look at a heavily damaged residential building following a Russian strike in Kyiv on September 1, 2026, amid the Russian invasion of Ukraine. Russia launched a barrage of drones and ballistic missiles at Kyiv and its surrounding region overnight, killing at least 12 people and wounding 21, Ukraine said on September 1, 2026, hitting the capital as children were set to return to school after the summer. (Photo by Vladyslav Musiienko / AFP)

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