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Kein Sommer wie damals - Hydrologe wünscht sich Lerneffekt aus 2026

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Entlang der Donau trockneten Seitenarme vielfach aus
©APA, HARALD SCHNEIDER, Themenbild
Das bis dato extrem trockene Jahr 2026 sollte man "nicht einfach vorbeiziehen lassen", ohne sich eingehend mit den Vorkommnissen auseinandergesetzt zu haben. Dass es im einstigen "Wasserschloss" Österreich nun auch um Wassermanagement und -entnahmeregister geht, sei "absolut überraschend" rasch gekommen, sagte Christoph Hauer von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien im Vorfeld einer Konferenz zu einem großen EU-Wasserprojekt mit österreichischer Beteiligung.

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Der Wissenschafter vom Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung der Boku ist Leiter des im Aufbau befindlichen "Regional Hub" für den Donauraum und Zentraleuropa im Rahmen des vom Europäischen Innovations- und Technologieinstitut (EIT) unterstützten Großvorhabens. Das Projekt "EIT Water" wird neben Wien mehrere weitere Standorte zählen und mit bis zu 700 Mio. Euro gefördert. Am Mittwoch hält man an der Technischen Universität (TU) Wien - einem weiteren zentralen Träger der Einrichtung - eine Vernetzungsveranstaltung zu den kommenden Projektjahren ab. Die Fragen zur Zukunft einer "nachhaltigen und resilienten Wasserwirtschaft" sind angesichts der Trockenheit heuer greifbar wie selten zuvor.

Dass Teile von Flusssystemen über das Jahr hinweg zeitweise trockenfallen können, kennt man zwar aus dem Süden Europas oder vom Balkan. Dass das aber auch in Mitteleuropa und im Donauraum wahrscheinlicher wird, sei neu, so Hauer. Geht es in unseren Breiten in Richtung sogenannte "intermittierende Gewässer", käme dies einem "Systemsprung" gleich, der viele Bereiche des Lebens und Wirtschaftens betreffen würde. Neben der Wasserentnahme stelle sich auch die Frage, wie viel Restwasser man in Gewässern belässt. Bei all dem gelte es dann, zwischen den Bedürfnissen der Energie- und Transportwirtschaft, der Landwirtschaft, dem Trinkwasserbedarf und der Umwelt auszutarieren.

Wenn die Wahrscheinlichkeiten für Extremereignisse - wie eben auch Dürren - zunehmen, sollte man die Abläufe heuer möglichst genau analysieren, so der Experte im Gespräch mit der APA: "Man wird sich auch die Neubildung im Grundwasserbereich im Vergleich zur Entnahme anschauen müssen, weil wir hier aktuell durchaus schon über den Verhältnissen leben." Hier sollte genau beobachtet werden, wie sich die Situation entwickelt.

Erste Erkenntnisse aus dem noch laufenden Extremjahr wird man am Mittwochnachmittag auch mit den bisher 18 Mitgliedern aus der Forschung und der Wirtschaft des Regional Hubs aus der Schweiz, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Serbien und Österreich diskutieren. Denn: Mittelfristig ist nicht garantiert, dass sich so ein Jahr nicht bald wiederholt, warnt Hauer.

Wer sich an die Darstellungen des Wasserkreislaufes in Schulbüchern erinnert, hat vielleicht das Bild im Kopf, dass das verdunstete Wasser auch in etwa wieder dort herunterkommt, wo es aufsteigt. Die riesige Hitzeglocke über Zentraleuropa im Sommer hat den Regen aber weit von Mitteleuropa ferngehalten. Während es etwa in Norwegen fast durchgehend geregnet hat, ist hierzulande das Niederschlagsdefizit immer noch sehr groß. "Es ist unsere Aufgabe, uns vorzubereiten und uns Szenarien zu überlegen, falls das so weitergeht", sagte Hauer. Wasserpreise - die bisher in vielen Teilen des Kontinents kaum ein Thema waren - hängen nämlich auch mit Lebensmittelpreisen zusammen. Das könnte dann rasch zu einem politischen und sozialen Thema werden.

Im Rahmen des groß angelegten Projekts "EIT Water", das insgesamt über mehr als 14 Jahre laufen soll, will man nach Antworten auf die größer werdenden Bedrohungen für Europas Wasserversorgungssystem suchen. In manchen Regionen gebe es etwa bei Wasserleitungen bis zu 25 Prozent Verluste. Dafür brauche es innovative Lösungen. Letztlich gelte es, "das Wasser besser in der Landschaft zu halten" und die Ressource möglichst im Kreislauf zu führen. Auch in Österreich, wo man bisher sehr verwöhnt vom überbordenden Wasserangebot war, sollte man über mehrfache Nutzung und Nährstoffrückführung aus den Flusssedimenten wieder auf die landwirtschaftlichen Felder nachdenken.

Blickt man auf die Donau, gelte es auch, die Wasserstraße für die Schifffahrt möglichst offen zu halten. In Bezug auf die Wasserkraft sollte man sich darum bemühen, den aktuellen technologischen Vorsprung gegenüber China nicht einzubüßen. Dies sei die einzige erneuerbare Energieform, wo Europa noch vorne liegt, betonte Hauer.

(S E R V I C E - https://eitwater.eu/regional-hubs/eit-water-central-danube )

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