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Anders als die Medizinunis in Wien, Graz und Innsbruck wurde die - 2014 gegründete und noch im Ausbau befindliche - Medizinfakultät der JKU bisher auf Basis einer eigenen Artikel-15a-Vereinbarung finanziert. Der Finanzaufbau bis 2028 sei gesichert, rechnete Elgin Drda, Vizerektorin für Medizin, am Dienstag in einer Pressekonferenz vor. Für die Jahre 2029 und 2030 sei er zwar schon 2025 ausverhandelt worden, bisher fehle aber die verbindliche politische Finanzierungszusage des Bundes. Ohne diese würden der Fakultät 50 Millionen Euro abgehen.
Die Leistungsvereinbarung für die österreichischen Universitäten für die Jahre 2028 bis 2030 sieht 16 Milliarden Euro vor. Das sei ein kleines nominelles Plus, bedeute in der Realität aber ein Minus von "zehn Prozent plus", so JKU-Rektor Stefan Koch. Aus diesem Gesamtbudget sollen zuerst die Medizin-Unis die Kosten für ihre Ärzte decken, der Rest wird dann auf die Universitäten aufgeteilt. Da die Finanzierung für den weiteren Aufbau der Medizinfakultät nicht gesichert ist, würde das bedeuten, dass die JKU aus dem ohnehin geschmälerten Globalbudget Geld zuschießen müsste. Das gelte es zu verhindern, denn das hätte "massive Auswirkungen auf die Studienbedingungen", befürchtet Koch.
Beim Aufbau der medizinischen Fakultät einfach "die Stopp-Taste zu drücken", sei nicht möglich, so KUK-Geschäftsführer Meinhard Lukas. "Das KUK bildet mit seinen Universitätskliniken den klinischen Bereich der Fakultät." Ein Stopp des weiteren Aufbaus würde auch einen Stopp des Ausbaus der Universitätskliniken und damit "der Spitzenversorgung in Oberösterreich" bedeuten, warnte er. Das KUK könne dann auch nicht mehr die bisherigen Beiträge zur Lehre leisten. "Das heißt, es steht auch die Zukunft der 330 (Medizin-)Studienplätze in Linz am Spiel", daher dürfe das Sparpaket für die Universitäten den medizinischen Bereich nicht erfassen.
Die Linzer Medizinfakultät habe sich von anfangs 60 auf mittlerweile 330 Studierende pro Jahrgang gesteigert, so Bernd Lamprecht, Dekan für Lehre. 70 Prozent der Vortragenden seien Ärztinnen und Ärzte des KUK. Derzeit zähle man rund 200 Absolventinnen und Absolventen pro Jahr "und erfreulicherweise werden davon 75 Prozent ärztlich in Oberösterreich tätig. Das ist ein Spitzenwert, auch im Vergleich zu anderen Universitäten und Bundesländern." Unterstützung kam prompt von der Ärztekammer Oberösterreich: Die medizinische Fakultät sei ein Erfolgsprojekt und das Sparbudget würde dessen Entwicklung hemmen, hieß es in einer Aussendung.
LINZ - ÖSTERREICH: FOTO: APA/JKU
