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Grüne kritisieren Dreierkoalition für Klimaschutz-"Rückschritte"

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Gletscher könnten in 40 Jahren komplett ausgestorben sein
©APA, GEORG HOCHMUTH, Hochmuth
Die Grünen haben bei der schwarz-rot-pinken Bundesregierung Klimaschutz-"Rückschritte" geortet. Aktuell fahre die Koalition "den Klimaschutz zurück" und halte an "klimaschädlichen Subventionen" wie dem Dieselprivileg fest, kritisierte der Umweltsprecher der Grünen, Lukas Hammer. Die Dreierkoalition müsse nun "den Turnaround vollziehen" und eine "Klimaschutzpriorität setzen", forderte er am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Innsbruck im Vorfeld einer Ausstellungseröffnung.

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Ebenjene Fotoausstellung des Fotografen Jürgen Merz, die lediglich bis Freitag im Innsbrucker Kreativraum "Distillery" zu sehen ist, widmet sich unter dem Titel "Österreichs Gletscher - Zeugen der Klimakrise" auf künstlerische Weise der Gletscherschmelze in Österreich. "Der drastische Gletscherschwund in Österreich sollte eigentlich ein politischer Weckruf sein", führte der Nationalratsabgeordnete aus. Die Bundesregierung müsse nunmehr endlich "den Klimaschutz in den Verfassungsrang hieven", erneuerte er in diesem Zusammenhang eine bekannte Forderung der Grünen.

Die Bundes-Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS müsse angesichts der Gletscherschmelze als "sichtbares Zeichen der Klimakrise und der Erderhitzung" mit dem Klimaschutzgesetz endlich in die Gänge kommen, sagte er weiters. Beschleunige sich die Erderhitzung nämlich so wie bisher, "sterben die Gletscher allerspätestens in 40 Jahren komplett aus", strich Hammer heraus. Der Bundesregierung sei das offenbar in dieser Drastik nicht bewusst: "Im Jahr 2025 wurde im Umweltausschuss des Parlaments kein einziges wesentliches Gesetz behandelt."

Er hoffe aber, wenn schon nicht auf die ökologische, dann zumindest auf die "ökonomische Vernunft" der Bundesregierung, allen voran von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). "Sollte Österreich die europäischen Klimaziele bis 2030 nicht erreichen, drohen schließlich Strafen in Milliardenhöhe", so Hammer. Der Finanzminister wisse hierbei "dass er ein Problem hat", habe aber mit Koalitionspartner ÖVP ein schwieriges Gegenüber. "Ich hoffe auf seine finanzpolitische Weitsicht und seine Expertise", hielt der Umweltsprecher fest.

Die Tiroler Nationalratsabgeordnete und grüne Tourismussprecherin Barbara Neßler nützte die Gelegenheit, um die Positionen der Grünen auch für Tirol neuerlich abzustecken. "Es braucht einen echten Gletscherschutz", nannte Neßler eine Kernforderung. Es gebe zwar einen Gletscherschutz im Tiroler Seilbahn- und Skigebietsprogramm, der jedoch von zu vielen Ausnahmen und bewilligten Erweiterungsanträgen von Skigebieten ausgehöhlt werde, betonte die Abgeordnete und forderte "Schluss mit Erschließungsfantasien".

Die Lage der Gletscher sei jedenfalls "dramatisch", betonte schließlich Fotograf Merz. "Der Klimawandel beschleunigt sich rapide", mahnte der Fotokünstler, die Gletscherschmelze ginge "so rasch wie nie zuvor" vonstatten. Er wolle mit seinen Werken "für diese Tatsache sensibilisieren". Die Ausstellung zeigt zwei Ebenen: So werden abstrakte Gletscherfotografien präsentiert, außerdem werden gegenwärtige Aufnahmen historischen Vergleichsbildern gegenübergestellt.

++ THEMENBILD ++ ZU APA0150 VOM 20.8.2025 - Illustration zu den Themen Tourismus/Touristen/Freizeit/Wandern/Alpinismus/Alpen/Gletscher/Natur/Klima/Klimaerwärmung. Im Bild: Blick auf den mit Planen abgedeckten Eispalast und auf den Schladminger Gletscher; aufgenommen am Dienstag, 19. August 2025, im Rahmen einer Pressefahrt vom Land Oberösterreich zum Thema "Zu wenig Schnee, zu viel Hitze: Rekordschwund am Hallstätter Gletscher droht" am Dachsteiner Gletscher bei Ramsau am Dachstein. ++ ACHTUNG SPERRFRIST: Mittwoch, 20. August 2025, 14:00 UHR ++.

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