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Die Problematik hinter der Import-Abhängigkeit habe sich zuerst mit dem russischen Angriff auf die Ukraine gezeigt. Damals sei die Gasversorgung als Waffe genutzt worden, um europäische Volkswirtschaften anzugreifen. "Wir waren nicht darauf vorbereitet, wir waren zu abhängig und die Preise verzehnfachten sich", sagte Duić. Heuer sei man in die nächste Energiekrise gestolpert, die ein Ergebnis des Krieges in der Golfregion und der Schließung der Straße von Hormuz sei. "Glücklicherweise sind wir nicht zu abhängig von Importen aus dem Golf", sagte Duić, doch der Anstieg der Öl- und Gaspreise auf den globalen Märkten führe auch zu höheren Preisen in Europa.
Der EASAC, der an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien beheimatet ist, sieht Europas Energieversorgung somit von mehreren Seiten unter Druck, mit Auswirkungen auf die Lebenserhaltungskosten der Bevölkerung, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und den Klimawandel. "Wir können all diese Probleme mit einer Lösung beheben", sagte Duić. Er sieht die Antwort im Umstieg auf "lokale, erneuerbare Energiequellen".
Eine absolute Notwendigkeit sei dabei allerdings die Integration der Energiesysteme Strom, Wärme, Kühlung und Transport miteinander, eine koordinierte Planung und die Digitalisierung der Systeme. Wichtig sei dabei etwa der Ausbau der Stromnetze und -infrastruktur innerhalb, aber auch grenzüberschreitend zwischen den Mitgliedsstaaten und der Ausbau von Energiespeichern. Mit zunehmender Digitalisierung rücke außerdem das Thema Cybersecurity in den Fokus. Die Integration der Systeme soll die Effizienz erhöhen und so auch die Kosten für den Umbau dämpfen und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Volkswirtschaften erhöhen, indem die Abhängigkeit von Importen sinkt.
Derzeit gebe es für die Energiewende allerdings noch einige Hürden. Duić kritisierte unter anderem den Widerstand der fossilen Industrie, die umfassende finanzielle Mittel in die Lobbyarbeit gegen die Dekarbonisierung investieren würden. Außerdem gebe es veraltete Regulatorik, die die Energiewende behindert. Weiters seien langfristige, verlässliche Rahmenbedingungen für Investoren in die Energiewende notwendig. Mitzubedenken seien auch die sozialen Auswirkungen der Energiewende, etwa mit Blick auf Veränderungen am Arbeitsmarkt und die Akzeptanz erneuerbarer Energien.
++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema Photovoltaik / Solar / Energie / Strom / Elektrizität / Umwelt / Grüne Energie /Windkraft . Im Bild: Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage und Windräder auf einer Deponie, aufgenommen am Donnerstag 07. August 2025 in Gänserndorf.




