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Für einzelne Bereiche des Programms sind feste Anteile vorgesehen. Geht es nach dem Kulturausschuss, sollen unter anderem 74,6 Prozent des "Erasmus+"-Budgets für Bildung und Ausbildung verwendet werden sowie 15 Prozent für Jugend und Freiwilligendienste. Die weiteren Prozentsätze fließen in andere Segmente.
Die österreichischen Parteien zeigten sich im Vorfeld der Abstimmung großteils positiv gegenüber dem Vorschlag des Ausschusses. Erasmus+ sei "das erfolgreichste Programm der Europäischen Union", sagte der EU-Abgeordnete Hannes Heide (SPÖ), der im Kulturausschuss sitzt. Er verwies im Vorfeld der Abstimmung darauf, dass künftig auch Freiwillige Feuerwehren an dem Austauschprogramm teilnehmen könnten.
Ähnlich äußerte sich die ÖVP. Jeder Jugendliche solle künftig an dem Programm teilnehmen können. "Zudem sollen Großbritannien und auch die EU-Kandidatenländer an den Austauschprogrammen für Studierende, für Praktika und die Berufsausbildung teilnehmen dürfen", sagte Sophia Kircher, Jugendsprecherin der ÖVP im Europaparlament und Präsidentin der Europäischen Jungen Volkspartei (YEPP), der APA.
"Dass das Programm gerade einmal zwei Prozent des EU-Budgets ausmacht, ist schon jetzt zu wenig, um das Versprechen eines Programms für alle einzulösen. Weitere Kürzungen wären ein fatales Signal an junge Menschen. Wenn wir in Krisenzeiten beim Zusammenhalt, beim Austausch und bei der Bildung sparen, sparen wir an der Zukunft einer ganzen Generation", erklärte die grüne Abgeordnete Lena Schilling.
"Die breite Unterstützung im Europäischen Parlament ist ein starkes Zeichen. Jetzt darf das Budget nicht gekürzt werden", erklärte NEOS-Abgeordnete Anna Stürgkh.
Kritik kommt hingegen von den Freiheitlichen, die den Bericht ablehnen, "da er Bildungs- und Jugendprogramme zunehmend mit politischen Zielsetzungen der EU verknüpft und damit die Gefahr einer stärkeren ideologischen Einflussnahme auf nationale Bildungssysteme birgt", wie ein Sprecher der blauen Abgeordneten Elisabeth Dieringer der APA sagte. Sorgenfalten bereiten der FPÖ "insbesondere die ausdrückliche Förderung einer gemeinsamen europäischen Identität und der europäischen Integration sowie die Ausrichtung von Bildungsmaßnahmen auf klimapolitische Ziele und die Veränderung des persönlichen Verhaltens". Zudem berge eine mögliche Ausweitung auf Drittstaaten Anreize "für unkontrollierte Migration".
Der Bericht des Ausschusses sieht ebenfalls vor, dass bei Erasmus-Stipendien Lebenshaltungskosten, Mieten, Inflation und Kaufkraft in den jeweiligen Gastregionen und -städten künftig stärker berücksichtigt werden. Zudem betonen die Abgeordneten, dass Stipendien in strategisch wichtigen Bereichen über das Programm "Horizon Europe" oder den Europäischen Wettbewerbsfonds finanziert werden sollten. Dabei sollen die Mittel aus den Kernbereichen von Erasmus+ nicht reduziert werden.
Die Verhandlungen über die genaue Ausgestaltung des EU-Programms sind auch Teil der Verhandlungen zum mehrjährigen EU-Budget, auf das sich die EU noch heuer einigen will. 440.000 Österreicherinnen und Österreicher haben bisher an Erasmus plus teilgenommen. 2026 werden rund 50.000 Personen teilnehmen.
++ THEMENBILD ++ Illustration zum Thema "Geld / Geldscheine / Münzen / Euro / Finanzen / Finanzieren / Sparen / Ausgeben / Schulden / Budget / Haushaltsbudget" - Euro Geldscheine und Euro Münzen aufgenommen am Mittwoch, 12. November 2025.
